Review

Als Sidekick in den „Lethal Weapon“-Sequels und als Gangster in den Scorsese-Epen wurde Joe Pesci populär, abseits dieser Filmgattungen sah es dann nicht mehr so rosig aus.
Insofern kam eine Parodie seines Images „GoodFellas“ und „Casino“ in der 1997er Komödie „Eight Heads in a Duffelbag“ des B-Produzenten-Duos Brad Krevoy und Steven Stabler wohl gerade recht. Tommy (Joe Pesci) ist ein nicht gerade zimperlicher Mafiahandlanger, der 8 abgetrennte Schwerverbrecherköpfe in einer Tasche transportieren soll, die genauso aussieht wie die des Studenten Charlie (Andy Comeau), der mit der Familie seiner holden Laurie (Kristy Swanson) in den Urlaub fährt. Natürlich können sich Student und Gangster bereits an Bord des Flugzeugs nicht leiden, natürlich werden die Taschen vertauscht.
Im Hotel merkt Charlie erst, was er da mitgebracht hat und versucht die Funde vor Laurie und ihrer Familie, die ihn eh schon kritisch beäugt, geheim zu halten. Und dann ist da noch Tommy, der die Fracht zurück will und das Ressort ausfindig gemacht hat…

Joe Pesci mag da sein Image parodieren wollen und hat in jenen Szenen noch die besten Momente, z.B. wenn er Charlies Aufenthaltsort aus seinen Zimmerkumpanen herausfoltert, so wirklich zu Höchstform läuft er aber auch nicht auf. Andy Comeau ist ein talentfreier Möchtegernkasper, Kristy Swanson darf vor allem blond und nett sein, aber kaum schauspielern und auch der Rest der chargierenden Darsteller zeigt, warum sie nicht weiter kennt.
Wer jetzt auf die Parodien bekannter Mafiamotive oder Erzählstrukturen hofft, der guckt ganz böse in die Röhre, denn mit Pescis Casting erschöpft sich der Einfallsreichtum dann auch schon. Dass es bei dem Verwechslungsobjekt hier um abgetrennte Köpfe handelt ist beinahe beliebig, die Ansätze schwarzen Humors, die der Film versucht, bleiben plump und platt, weshalb auch Drogen oder des Paten Lieblingsmurmeln in der Tasche hätten stecken können.
So bleibt der Film eine Orgie gnadenlos unkomischen Slapsticks, die am schlechten Timing der Regie, dem begrenzten komischen Talent der meisten Akteure und dem lieblosen Drehbuch scheitert. Jede Figur und ihr Schicksal ist dem Zuschauer egal, die abstrus gemeinten Wendungen der Geschichten sollen irrwitzig erscheinen, langweilen in ihrer lustlosen Präsentation aber nur.

So kann man allenfalls gelegentlich über Pescis Parodie des eigenen Images schmunzeln – wenn man nicht gerade bedauert, dass der Mann sich dabei selbst demontiert. Der Rest ist plumper Slapstick für die ganz Anspruchslosen.

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