Review

Warum wird der Film "Einer nach dem anderen" (Originaltitel: in order of disappearance) immer mit den Werken von Tarantino verglichen? Was soll uns das sagen? Ich will den Film lieber als eigenständiges Werk betrachten. Desweiteren will ich meine Meinung nicht als die einzig wahre hinstellen und dem geneigten Filmfan vorschreiben, wie etwas in diesem Film zu sehen ist. Viele Dinge sind einfach Geschmacksache. So auch in diesem Film.

Der Rachefeldzug von Nils Dickmann ist sehr brutal. Allerdings erspart man uns in diversen Sequenzen die explizite Gewalt und zeigt nur das Resultat, so daß das Kopfkino auch noch genug zu tun hat. Außerdem muss sich der Zuschauer auf eine ganz spezielle Art von schwarzem Humor gefaßt machen. Das ist nicht Jedermanns Sache. Ich habe mich köstlich amüsiert. Es ist halt Geschmacksache.

Sehr schön fand ich die Details wie die Sterbetafeln der abgetretenen Figuren. Nicht so toll fand ich, wie mit der Figur der Ehefrau von Nils umgegangen wurde. Entweder, ich habe es nicht bemerkt oder begriffen - oder hier fehlt tatsächlich etwas in der Geschichte. Es stört den Handlungsfluss allerdings nur geringfügig. Schön fand ich dann wieder, dass nicht nur Schusswaffen, sondern auch schweres Gerät zum Einsatz gekommen ist. Dass die örtliche Polizei noch stärker unterbelichtet dargestellt wurde also so manches Mafiamitglied, gehört wohl einfach dazu. Es war wohl auch nur ein Stilmittel um zu zeigen, dass sich der Film nicht so bitter Ernst nimmt, wie es vielleicht aussehen mag.

Ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten, der Film hatte keine Längen und er traf voll mein Komikzentrum. Etwas enttäuscht bin ich von der darstellerischen Leistung von Skarsgard und Bruno Ganz. Naja, man kann nicht alles haben. Die anderen Darsteller haben es aber wieder rausgerissen.

Viel Spaß bei dieser bitterbösen Rache-Drama-Action-Komödie.

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