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Mega bedeutet für "The Asylum" nichts anderes als unfassbar trashig, denn bereits zum dritten Mal sprengt der Megalodon den Rahmen jeglicher physischer Logik. Spätestens mit dem beherzten Sprung vom Wasser gen Himmel, um ein Flugzeug in mindestens 1500 Metern Höhe zu erwischen, dürfte der Trashfreund mit dem Sessel hinten rüber kippen.

Der Megalodon, der Makrelenhai aus vergangenen Zeiten bedroht immer noch die Weltmeere und bringt reihenweise Schiffe zum Kentern. Derweil arbeitet das Forscherpaar Jack und Rosie an einem Roboterhai, der die Bestie endgültig ausschalten soll. Nur dumm, dass sich die Software des U-Bootes in Haiform irgendwann verselbstständigt...

Regisseur Emile Edwin Smith war bislang hauptsächlich für visuelle Effekte zuständig und gerade in diesem Bereich hält er sich dezent zurück, um aufgrund des begrenzten Budgets nicht völlig belämmert dazustehen. Das bekommt der Optik hingegen recht gut, denn der Hai taucht zwar in regelmäßigen Abständen auf und rammt Öl-Plattformen oder Flugzeugträger, doch aufwendige Manöver unter Wasser oder gar Aktionen an Land werden tunlichst vermieden, denn diese Aufgabe gebührt dem Pendant des Hai-Roboters, der irgendwann auf Panzerketten durch Sydney rollt.

Bis dahin wird unser Heldenpaar okay etabliert, obgleich die Chemie zwischen den beiden eher aufs Berufliche beschränkt wird und an emotionalen Auswüchsen nicht viel spürbar ist.
Randfiguren wie ein leitender Admiral oder ein Reporterteam spielen eher nebensächliche Rollen, um mit möglichst vielen Schauplatzwechseln das hohe Tempo aufrecht zu erhalten und für Abwechslung zu sorgen.

Diese wird zwischenzeitlich auch dringend benötigt, da sich viele Aktionen im Cockpit des mechanischen Hais abspielen und in diversen Kommandozentralen, wo eine Menge Leute Sachen machen, die beim genaueren Hinsehen überhaupt keinen Sinn ergeben.
Sonderliche Schauwerte werden indes nicht geliefert, denn immer wenn es heiß her gehen könnte, fällt die Darbietung auffallend minimalistisch aus. Als beispielsweise ein Frachter kentert, sieht man lediglich einen Arbeiter, der sich am Treppengeländer festhält und in Zeitlupe mit einer Badewanne voll Wasser übergossen wird und dabei so tun muss, als würde er um sein Leben kämpfen, jedoch so dreinschaut, als sei das Wasser ein paar Grad zu kalt.

Immerhin halten einige Konversationen zwischen Helden und Nero bei Laune, denn Letztgenannter ist der Computer des mechanischen Hais, der bei einem Befehl auch gerne mal das Zauberwort hören will und mit seiner zuweilen charmant vorwitzigen Art an K.I.T.T. aus "Knight Rider" erinnert. Dazwischen werden diverse Torpedos meist ohne Erfolg abgefeuert, ein GPS-Sender am Mega Shark angebracht und irgendwann fällt der beinahe obligatorische Satz "Geben sie mir den Präsidenten", um den Ernst der globalen Katastrophe mit markanten Worten zu verdeutlichen.

Natürlich umgibt man sich mit keinen großartigen Mimen, der Score bewegt sich ebenfalls auf austauschbarem Niveau und auch die Effekte fallen trotz aller Zurückhaltung nicht übermäßig überzeugend aus. Was letztlich einiges kaschiert, ist ein konstant hohes Erzähltempo, ein paar überaus trashige Einlagen und die grundlegende Annahme, dass ein einziger mechanischer Hai gegen ein Zwanzig-Meter-Ungetüm (zuweilen auch mal größer oder kleiner) effektiver sein soll, als diverse moderne Kriegsschiffe.
Das wird "The Asylum" jedoch nicht davon abhalten, in absehbarer Zeit für Nachschub zu sorgen, denn so etwas wie "Mega Shark vs. Flying Frankenstein" ist mit Sicherheit nur eine Frage der Zeit und nicht des Budgets...
5,5 von 10

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