Review
von Leimbacher-Mario
Zurück in die Blaupause
Fast wäre ich damals sogar bei „Project Almanac“ ins Kino gegangen - meine Schwäche für Zeitreise- sowie Found Footage-Filme ist nicht zu leugnen. Doch er lief scheinbar nicht allzu lange in meinen Lichtspielhäusern und so verschwand das Bay-produzierte Stück Jugendfantasie doch schneller als gedacht wieder von meinem Radar. Nun konnte ich ihn doch endlich sehen - und wie schlägt sich die Mittendrin-statt-nur-dabei-Jugendfantasie, gerade wenn man auf beide genutzten Subgenres (zumindest oft als Guilty Pleasures) steht? Erzählt wird von einer High School-Clique, die im Keller ihres „Genies“ eine Anleitung für eine Zeitmaschine finden. Hinterlassen von dessen verstorbenem Vater. Da sind der Neugier und Kreativität der Halbstarken natürlich kaum noch Grenzen gesetzt, vom Lottogewinn bis zum Schulschummeln - bis die unvermeidlichen Nebenwirkungen auftreten...
Von MTV und Michael Bay produziert. Auf etliche andere Zeitreisekultfilme verweisend. Mit Teens, die einerseits schlau genug sind eine Zeitmaschine (u.a. aus einer Xbox!) zu bauen, es dann aber wiederum derart und allerlei verkacken bei deren „Benutzung“, dass man oft nicht weiss ob man lachen oder weinen soll. Und deswegen gibt „Project Almanac“ auch ein sehr zwiespältiges Bild ab. Für den musikvideoartigen Stil bin ich zum Glück noch nicht zu alt, die dazukommende wackelige Bildsprache vermittelt mir eher das „Mittendrin“-Gefühl als es Nerven kostet. Und einige Figuren (vor allem die Buddies des Protagonisten) waren für mich durchaus ansprechend, glaubhaft und sympathisch. Dass aber dennoch alle erstaunlich unreif, unüberlegt und dumm mit ihrer neu errungenen „Macht“ umgehen, ist und bleibt aber natürlich frustrierend. Ebenso wie das voraussehbare (und auch noch dreist auf ein Sequel schielende) Finale. Daher wird doch viel Potenzial liegen gelassen in der pubertären Mischung aus „Hot Tub Time Machine“ und „Chronicle“.
Fazit: Zeitreiseteeneintopf aus „Back To The Future“ und „Cloverfield“. Vieles ist fragwürdig - von Logiklöchern (?) bis zum oft enorm dummen Verhalten der „brillanten“ Jugendlichen. Aber oberflächliche Unterhaltung (gerade wenn man einen soft spot für sowas hat) ist teilweise dennoch garantiert.