Die 16jährige Anita (Drew Barrymore) lebt, seit ihre Mutter die Fliege gemacht & sie im Stich gelassen hat, bei ihrem übergriffigen White-Trash-Stiefvater Rooney (Joe Dallesandro) in seinem schäbigen Trailer. In der Schule ist sie eine Außenseiterin & gilt als Schlampe, weil sie so gut wie alle über sich drüber rutschen lässt. Bedeutungsloser Sex als Ersatz für die Liebe, nach der sie sich sehnt. Als sie für ein Schulprojekt mit dem Knacki Howard (James Le Gros) eine Brieffreundschaft beginnt, ist sie von seinen Worten, zum ersten Mal in ihrem Leben, richtig berührt.
So berührt, dass sie sich mit ihm trifft, als er auf Bewährung freikommt. Unglücklicherweise ist Howard ein Waffennarr, was schnell auf sie abfärbt. Mittlerweile hat Rooney eine wichtige Lektion gelernt: Eine Frau, der man eben das Schießen beigebracht hat, sollte man erstens nicht vergewaltigen & zweitens sich danach nicht entspannt vor die Glotze hocken. Anita jagt ihm eine Kugel in den Kopf. Und noch eine, um auf Nummer sicher zu gehen. Eines Abends vertraut sie sich Howard an, doch bei der Entsorgung der Leiche geht etwas schief & die Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen.
Guncrazy ist so eine Art Teenie-Variante von Bonnie & Clyde, die uns Drehbuchautor Matthew Bright (Freeway) & Musikvideo-Regisseurin Tamra Davis (u. a. In Your Room von The Bangles) da Anfang der 90er kredenzt haben. James & Drew (welche zu dieser Zeit gerade einen Image-Wechsel vollzog) harmonieren gut & werden tatkräftig unterstützt von Ione Skye als Anitas Freundin, Michael Ironside als Polizist & Bewährungshelfer sowie Billy Drago als schräger Prediger mit Schlangen-Fetisch. Weiters mit dabei: Drews Mutter Jaid & Diamond, letzterer als Schlitzy the Dog.
Howards & Anitas "Karriere" als Gangster ergibt sich aufgrund unglücklicher Umstände, es ist ja nicht so, dass sie es geplant oder gewollt hätten. Doch sobald die Sache am Rollen ist, ergibt eines das andere. Die Gewalt hat ordentlich Impact & Anita sorgt für einen tollen Oha-Moment, als sie jemandem reflexartig einen spritzigen Kopfschuss verpasst. Ein etwas anderer Oha-Moment ist ihre leider viel zu kurze Wet-T-Shirt-Szene. Abgerundet wird das von einer tragischen Note durchsetzte Killer-Drama mit einem starken Soundtrack. Hat mir gut gefallen.