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In Literatur und Film folgt oftmals eins dem anderen und so wurde seinerzeit "Die Tribute von Panem" vorgeworfen, sich sehr nah an "Battle Royale" orientiert zu haben, während vorliegende Trilogie wiederum der Panem-Trilogie ähneln soll. Zukunftsmusik klingt zuweilen ähnlich, nur die dramaturgische Einteilung eines Dreiteilers bringt mal wieder einige Probleme mit sich.

Nach dem letzten verheerenden Krieg wurde Chicago in fünf Fraktionen eingeteilt, für die sich junge Menschen nach einem Test entscheiden sollen. Tris (Shailene Woodley) entscheidet sich für die Ferox, die Furchtlosen und Gesetzeshüter der Stadt. Doch diese müssen sich erst durch knallharte Eignungstests beweisen, - das untere Drittel des Rankings fliegt und bleibt fraktionslos. Tris kämpft sich tapfer nach vorne, doch bald könnte auffliegen, dass sie sich eigentlich mehreren Fraktionen zugehörig fühlt...

Das massive Budget hat Regisseur Neil Burger ordentlich genutzt und die Optik recht schick aufpoliert. Einige Vogelperspektiven unterstreichen die Isolation der Fraktionen von der Außenwelt, verwaiste Relikte aus der ehemaligen Welt wie ein Riesenrad dienen als Aussichtspunkt und wer sich am Seil durch die halbe Stadt abseilen lässt, sollte vor lauter Begeisterung nicht vergessen die Bremse rechtzeitig zu ziehen. Schauwerte werden regelmäßig geboten, nur die Handlung steuert zuweilen ein wenig ziellos vor sich hin.

Denn einige Fraktionen werden von Vornherein ausgeklammert und scheinen für den weiteren Verlauf kaum eine Rolle zu spielen, die Funktionen der fünf Lager scheinen nicht nur einfältig, sondern im Kontext reichlich unglaubwürdig, da niemand einfach nur klug oder einfach nur selbstlos handelt und auch über das Drumherum des Alltäglichen erfährt man fast gar nichts, etwa, was für eine Art Krieg vorherrschte, wie die Menschen zu Nahrung und Kleidung gelangen, ob es Regeln zur Fortpflanzung gibt oder warum man nicht einfach mehreren Fraktionen gleichzeitig angehören kann.

Tris fungiert indes als Sympathieträgerin, was im Zusammenhang bei dem Aufstiegskampf ihrer Trainingseinheiten ab und an spannend zu verfolgen ist. Der zunächst undurchschaubare Four (Theo James) fungiert natürlich zusehends als Love Interest, denn sonst wäre die junge Zielgruppe enttäuscht, während eine anstehende Revolte entsprechende Absichten offen legt und final ein wenig mehr Bewegung ins Spiel bringt.

Dabei sind einige Fights recht ansprechend choreographiert, nur mangelt es ein wenig an Härte und auch die Beweglichkeit der Darsteller lässt beim genaueren Hinsehen zu wünschen übrig. Auch packen die Charaktere nur partiell, da zwar viele Figuren mitmischen, jedoch nur wenige etwas mehr Tiefe erhalten, wodurch ein gänzliches Mitfiebern klar abgebremst wird.
Aufgrund des nahezu latent hohen Tempos fallen diverse Mängel zwar nicht sogleich ins Auge, doch im Nachhinein betrachtet wirken einige Elemente doch arg oberflächlich eingestreut.

Am Ende weiß man leider nicht, was in dieser Geschichte die eigentliche Bedrohung verkörpern soll, aber vielleicht kristallisiert sich das bei den weiteren Teilen noch etwas deutlicher heraus, während die Action passabel in Szene gesetzt ist, der Score leicht austauschbar daherkommt und einige Dialoge etwas mehr Biss hätten vertragen können.
Alles in allem ein unterhaltsamer Opener, welcher zwar nicht an die Intensität der Panem-Reihe heranreicht, aber dennoch Lust auf eine hoffentlich griffigere Fortsetzung mit mehr Leidenschaft macht.
6 von 10

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