Review

2008: TWILIGHT stürmt die Kinos. Im Fahrwasser des Erfolgs der Reihe erscheinen zahlreiche Nachahmer, die alle in die Sparte Teenieromanze mit Fantasy/Sci-Fi-Elementen passen. Das alles kulminiert in dem vorläufigen Tiefpunkt SEELEN, der selbst die Twilight-Reihe gut dastehen lässt.

2012: TRIBUTE VON PANEM stürmt die Kinos. Im Fahrwasser des Erfolgs der Reihe erscheinen zahlreiche Nachahmer, die alle in die Sparte Young-Adult-Dystopie mit Teeniromanze passen. Auch hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Tiefpunkt erreicht wird.

2015: Meiner einer guckt nach der relativ gut aufgenommen Panem-Reihe und dem überraschend okayigen MAZE RUNNER, den ersten Teil der New-Panem-Reihe nur mit weniger Distrikten - Pardon - Fraktionen heißt es ja in diesem Film. Und siehe da, der (vorläufige) Tiefpunkt dieser Welle an immergleichen Teenie-Dystopien ist erreicht.

Dabei erstaunen nicht einmal der grottenschlechte, uncharismatische, unlustige, gelangweilte Cast, wo man fast glauben mag, es gab am Set eine Wette, wobei der Sieger derjenige sein sollte, der am teilnahmslosesten schauspielert. Auch nicht das völlig öde Drehbuch, dass den Anschein erweckt, als habe man alle guten Stellen aus dem Panem-Drehbuch entfernt und den übrig gebliebenen Rest nur marginal geändert (was bedeutet: Charakternamen, Orte, Fraktionen - viel mehr auch nicht).

Nein, am meisten erstaunt dann doch diese fiese, offensichtliche Dreistigkeit, mit der hier nach dem Malen-nach-Zahlen-Prinzip das ganze abgedreht wurde. Jede Szene, jeder Dialog, ist so vorhersehbar, so uninspiriert und nicht einmal mit dem leisesten Willen für eine eigene Note abgedreht, dass es unfassbar schnell ermüdend wird. Nicht nur, dass man nach der unsäglich zähen ersten Phase der belanglosen Einleitung eine noch uneträglichere und langgezogenere zweite Phase der ausgelutschten Ausbildung serviert bekommt, die zum einen nicht nur kolossal zu lang geraten ist, sondern auch nichts neues oder wirklich wichtiges zu erzählen hat. Wenn man da noch hofft, dass eventuell der Showdown dafür entschädigt, wird man bitter enttäuscht.

Der Showdown mutiert nämlich zur dritten Phase, der zähen, öden und höhepunktarmen Phase des Endes. Zum Schluss ist nämlich nach der ganzen Tortur davor alles ein ganz großes teilnahmsloses Nichts, weder die Action, noch die scheinbar als tragische emotionale Momente gedachten Tode, können da noch mitreißen oder fesseln. Es ist einem alles egal, oder man ertappt sich dabei, wie man fast schon böse zufriedenstellend feststellt, dass genau immer das eintrifft, was man sich teilweise schon 10-15 Min vorher gedacht hat.

Und wenn man am Ende doch irgendwie froh ist, dass das ganze Minusspektakel vorbei ist, denkt man bereits schon an den zweiten Teil der New-Panem-Reihe, die man bestimmt auch irgendwie gucken wird, weil man solche Filmreihen dann komplettieren will. Dann bleibt allerdings noch zu hoffen, dass der zweite Teil nicht ganz so gelangweilt runtergespult wird.

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