Wenn der Magen mal wieder in den Kniekehlen hängt, ist in Extremsituationen viel von dem möglich, was zuvor undenkbar gewesen wäre. Denn nach einiger Zeit, wenn der Körper nahezu alle Reserven verbraucht hat, versagt der Verstand, Moralvorstellungen fahren zurück und der Überlebensinstinkt steht im Vordergrund, weshalb Menschen nach einem Flugzeugabsturz nur überleben konnten, weil sie die toten Körper der übrigen Passagiere verzerrten. Regisseur Griff Furst greift diese Prämisse auf und verlagert den Schauplatz in eine heruntergekommene Schule und zettelt quasi Hunger Games mit kleinen Splattereinlagen an.
Comiczeichner Beck, Freundin Candice und dessen Bruder Jiminey treiben sich in dem verlassenen Kaff Freedom in Florida herum, um Inspirationen durch eine urbane Legende zu erhalten. Doch nach einem Abstecher in einem Diner werden sie entführt und finden sich kurz darauf in einer verwaisten Schule wieder, wo der kranke Ezrin und sein Gehilfe Duelle auf Leben und Tod anzetteln…
Furst nimmt die Legende nur zum Anlass, um überhaupt in den verlassenen Ort zu gelangen, denn die Sinkers und der Mythos um die degenerierten Kinder spielen im Verlauf überhaupt keine Rolle mehr. Die Grundidee ist indes simpel als auch effektiv, denn natürlich würden Menschen nach einiger Zeit des Darbens zu extremen Mitteln greifen, um irgendwie etwas in den Magen zu bekommen. Allerdings sehen die Gefangenen kaum abgemagert oder gar halb verhungert aus, mal abgesehen von Candice, welche jedoch bereits vor Antritt der Reise etwas mehr hätte mampfen können.
Immerhin sind die Fights okay in Szene gesetzt und gehen mit einigen kurzen Gewalteinlagen wie Kehlenschnitt, Kopfschuss oder Schere in den Augen einher, durchweg handgemacht.
Wenn man sich allerdings die räumlichen Gegebenheiten etwas genauer ansieht, fallen diverse kleine Fluchtmöglichkeiten ins Auge, welche allesamt ungenutzt bleiben. Stattdessen wird mühselig ein Gang mit einer Schere erarbeitet.
Im Verlauf wird die Motivation des Drahtziehers erläutert, was einigermaßen nachvollziehbar ausfällt und der Showdown kommt mit einer Temposteigerung daher, während der Ausgang zufrieden stellt, was in letzter Zeit nicht immer der Fall war, wenn es um den Kampf ums nackte Überleben geht. Zwischen den Zeilen des Abspanns erfolgt noch ein kleiner grimmiger Einschub, welchen man nicht unbedingt als Cliffhanger auffassen sollte.
Denn einen weiteren Teil dieser Form bedarf es nicht, denn das Pulver ist verschossen und mehr gibt die simple Prämisse auch einfach nicht her. Darstellerisch wird solide abgeliefert, der Score treibt phasenweise gut an und auch das Make-up arbeitet grundsolide.
Bei geringer Erwartungshaltung in gewisser Hinsicht ein Happen für zwischendurch, bei dem allerdings keinerlei Überraschungen zu erwarten sind.
6 von 10