In Washington im äußersten Nordwesten der USA fallen im 10-Jahres-Abstand junge Frauen einem Serienmörder zum Opfer, der sie in den ausgedehnten Wäldern beim titelgebenden Black Water wortwörtlich blutleer, sprich ausgesaugt, hinterläßt. Die junge Danielle möchte dem Phänomen auf die Spur kommen und hat schon einiges an Pressematerial gesammelt; sie stellt eine Truppe zusammen, mit der sie vor Ort recherchieren will. Gemeinsam mit einer Freundin sowie zwei jungen Männern, die für Ton- und Bildaufnahmen zuständig sind, macht sich das Kleeblatt im Van auf den Weg. Die erste Nacht mieten sie sich in einer Hütte ein, die folgenden verbringen sie dann im Zelt im Wald. Je näher sie dem Tatort kommen, desto unheimlicher werden die Umstände. Einer der Vier verschwindet plötzlich spurlos, und tatsächlich scheint es im Wald Vampire zu geben...
Das Found-Footage-Genre hat auch bei den Blutsaugerfilmen zugeschlagen, wobei Black Water Vampire, ein Streifen auf gutem Amateurniveau, ohnehin eher eine Kopie des bekannten Blair Witch Project darstellt. Die jungen Laiendarsteller wirken allerdings durchwegs natürlich, wie junge Großstädter aus der Nachbarschaft, was ihr Schaupiel jedenfalls glaubwürdig erscheinen läßt. Keiner sticht besonders hervor, keiner fällt irgendwie aus der Rolle. Die anfänglich eingestreuten Zeugenaussagen lassen das ganze zunächst wie eine Dokumentation erscheinen, bei der Danielle recht routiniert auftritt und Hinterbliebene wie auch Gesetzeshüter befragt. Die meisten Befragten schreiben die Tat einem bereits dafür verurteilten Mann zu, der ebenfalls interviewt wird (im Gefängnis) und dabei recht krude Verschwörungstheorien äußert. Danielle kommentiert dies dahingehend, daß sie von dessen Schuld nicht überzeugt ist und will am tief im Wald gelegenen Tatort noch einmal Nachschau halten. Ab der ersten Nacht im Wald gibt es dann zunehmend öfter Wackelsequenzen und unscharfe Bilder mit der Handkamera, und trotz einiger eher seltsamer Verhaltensweisen der Vier kann man dem Film dennoch einigermaßen gut folgen, da keiner von ihnen wirklich in Panik gerät und die Bedrohung (zunächst) weniger physisch erfolgt als vielmehr durch die sich steigernde Angst der jungen Waldbesucher.
Erstaunlich gut umgesetzt ist dann der tatsächlich auftretende Vampir, der sich allerdings nicht ganz so verhält wie man es nun erwarten könnte. Zum konstant gehaltenen Spannungsbogen trägt auch dessen Auftreten im hellsten Tageslicht bei, und trotzdem man ab dessen erster Attacke auf eines der Mädchen (Stichwort: Bauchschmerzen) schon erahnt, wie der Film ausgehen wird, bleibt es (fast) bis zum Schluß spannend. Die letzten 5 Minuten fallen dagegen stark ab, kommen hier doch nur noch unscharfe Bildfragmente zum Einsatz, die wohl einen angestrebten dramaturgischen Höhepunkt darstellen sollen; noch verzichtbarer allerdings fällt die saublöde Schlußpointe aus, die wohl witzig gemeint sein soll, in Wirklichkeit aber nur ein müdes Ohje... auslöst.
Trotz einiger Unzulänglichkeiten und dem erkennbar niedrigen Budget verspürte ich jedoch zu keiner Zeit den Wunsch, den Film vorzeitig abzudrehen. 4,51 Punkte.