Review
von Leimbacher-Mario
Ist es heutzutage zu einfach einen Film zu drehen?
Ein Amateurkamerateam fährt in die titelgebende Gegend, wo ein gefasster Mörder vier Frauen umgebracht haben soll. Doch so ganz überzeugt sind die jungen Filmer von dem vorher interviewten Täter, den Beweisen und Zusammenhängen nicht - was sich allein in der verschneiten, winterlichen Wildnis als richtiger herausstellen soll, als sie es sich erträumen hätten können. Jedoch mit einem bissigen Haken…
„Black Water Vampire“ ist von vorne bis hinten (abgesehen vielleicht von der lächerlichen allerletzten Szene) ausrechenbar. Das kalte Wetter, die Figurenkonstellation, das Zelt, die Hütte, die Spuren, der Streit, das Zeichen, der Widersacher, die Jungfrau. Alles, aber auch wirklich alles ist altbacken und Gebrauchtware. Und oft genug wird dann auch noch richtig dreist von den Primussen des „gefundenen Filmmaterials“ abgepaust. Das war mir trotz nur knackiger 80 Minuten zu viel des Schlechten und Kopierten, das ging mir mächtig gegen den Strich. Addiert man dazu noch unsympathische Figuren (vor allem die zwei hysterischen und besserwisserischen Mädels), dann kann ein gut designter Nosferatu auch nichts mehr retten. Und selbst der erinnert ja deutlich an die Wesen aus „The Descent“. Nein und nochmal nein. Lieber den nicht unähnlichen „Afflicted“ gucken. Ich hab 'nen Knacks für Found Footage - und finde „Black Water Vampire“ dennoch ziemlich furchtbar. Oder gerade deswegen nochmal mehr?!
Fazit: „Black Water Vampire“ versucht ein neues „Blair Witch Project“ zu sein - nur ohne den Wald von Blair, ohne Eigenständigkeit, ohne die Hexe. Also eigentlich einmal ohne alles. Und dann werden gegen Ende auch noch „[Rec]“ und „Rosemarys Baby“ viel eher schlecht als recht „zitiert“. Ne, das ist nix.