Review

kurz angerissen*

Treffen sich vier Selbstmörder auf dem Dach. Klingt wie die Exposition eines schematisierten Witzes, ist tatsächlich die Verfilmung eines Romans von Nick Hornby („About A Boy“). Schon an der kontrastreichen Besetzung mit Toni Colette, Pierce Brosnan, Imogen Poots und Aaron Paul lässt sich ablesen, dass die schweren Themen Suizid und Depression hier mit schrillen Charakteren aufgelockert werden sollen. Außerdem: Wie oft ist britisches Kino schon nicht gleichbedeutend mit Black Comedy? Die Darsteller füllen das Drehbuch mit grellem Individualismus, der mit der auf Gruppendynamik bedachten Zielführung unvereinbar scheint und gerade daraus seinen (kalkulierten) Reiz bezieht; wäre dies tatsächlich ein Witz, seine Pointe stünde schon fest, als der erste Selbstmörder Gesellschaft vom zweiten bekommt. Auf dem Weg dorthin geht es durch gute und schlechte Zeiten, selbstredend inklusive Sommerinselurlaub, der wiederum besonders im Zusammenspiel mit Colettes überzogen blassem Teint knallig wie ein Reiseprospekt rüberkommt.

Große Übertreibungen gibt es nicht im Plot; niemand steckt plötzlich mit dem Kopf im Arsch eines Elefanten oder singt auf dem Flughafen vor 5000 wartenden Menschen eine Ode an die Liebe. Es wird völlig auf die Unterschiedlichkeit der Schauspieler vertraut und dies auch zurecht, denn das Quartett weiß sich im Kleinen durchaus die Bälle zuzuspielen. Was nicht bedeutet, dass nicht so mancher Drehbucheinfall dennoch aufgesetzt erscheint, ganz zu schweigen davon, dass auch „A Long Way Down“ am Ende einer jener Filme ist, dessen Lebensweisheiten sich beim Zuschauer mit Gewalt von hinten reinbohren. Aber so bleibt wenigstens der Elefant verschont.

*weitere Informationen: siehe Profil

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