Eigentlich wurde es mal wieder Zeit für Zombies auf einer abgelegenen Insel, doch mit einigen bekannten Genrevertretern aus den Achtzigern hat der erste Spielfilm des Kanadiers Tom Raycove nicht viel gemein.
Archer Island an der Nordwestküste der USA: Auf dieser abgelegenen Insel testete das Militär einen neuartigen Kampfstoff, doch nur Lt. John Paxton überlebt den Einsatz. Drei Monate später will er sich an den Verantwortlichen rächen und bringt kurzerhand ein Flugzeug mit einer Handvoll Touristen in seine Gewalt. Nach einer Bruchlandung sind die Gestrandeten auf sich allein gestellt und ahnen noch nicht, welcher Gefahr sie auf der Insel ausgesetzt sind...
Es ist fast immer ein böses Omen, wenn bereits früh die Egosicht des Angreifers bemüht wird, anstatt auf direkte Konfrontationen zu setzen, vor allem in Form von überstrapazierten Rotfiltern und Fischaugenobjektiv. So darf man sich auch nicht auf klassische Zombies einstellen, sondern auf Amokläufer mit roten Klüsen, welche einiges einstecken können.
Bis dahin lässt man sich etwas zuviel Zeit, die klischeebeladenen Touristen von der Amazone, über den dicken Nerd, dem frisch vermählten Brautpaar bis hin zum Wichtigtuer einzuführen, während der schweigsame Held von vornherein taktisch dumm handelt und erst auf der Insel mit der Wahrheit herausrückt, als bereits der erste Angriff ansteht.
Die Action bringt zwar ein wenig Tempo ins Spiel, doch die dazugehörigen Gewaltszenen in Form von billigen Computereffekten fallen ernüchternd aus. Blutige Einschüsse, ein angedeuteter Kehlenschnitt und jede Menge Kunstblut vorm Objektiv untermauern das sichtliche geringe Budget und auch die hektisch fuchtelnde Kamera zeugt vom fehlenden Gespür für dynamisch inszenierte Auseinandersetzungen.
Ansonsten verlaufen die noch nicht einmal 72 Minuten komplett überraschungsfrei, außer der finalen Androhung einer Fortsetzung, wobei die letzten Einstellungen mit kleinen Explosionen fast schon okay aussehen. Dagegen sehen sämtliche Mimen reichlich alt aus, allerdings legt ihnen das Drehbuch lediglich platte Dialoge in den Mund, während vom Score rein gar nichts hängen bleibt.
Indes erfährt man über den Hintergrund des Kampfstoffes rein gar nichts, die Kulisse der verlassenen Insel taugt nur solange, bis sich zwei auf einen Baumstamm setzen, der nicht von ungefähr an eine Sitzbank erinnert, doch immerhin stammt ein Helikopter (einschließlich Start und Landung) nicht aus dem Rechner.
Zombiefilmfreunde und Actionfans werden bei dem Streifen gleichermaßen schlecht bedient, da das Treiben zwar phasenweise temporeich, jedoch schlecht inszeniert und vergleichsweise unblutig abläuft. Demnach wird es kaum spannend und trotz der kurzen Laufzeit nimmt der Vorlauf zuviel Raum ein, um in der zweiten Hälfte viel zu hektisch abgearbeitet zu werden, wodurch sogar Kontinuitätsmängel entstehen.
Ein schlichtweg uninspirierter Genrevertreter.
3,5 von 10