Review

Anfang der 80er, als Carpenter mit „Halloween“ die Reihe von Slashern erst so richtig zündete, kam es zu einigen merkwürdigen Beiträgen, die zwar dem großen Vorbild nacheifern wollten, dann aber bei anderen Klassikern hängen blieben, wie hier zum Beispiel Hitchcocks „Psycho“.

Überdeutlich fallen die Anleihen aus: Die verschlossene Mutter im Dachgeschoss, der gestörte Sohn, eine ordentliche Portion Voyeurismus und das Haus in der Nähe des Strandes, welches ebenfalls nicht von ungefähr an „Bates Motel“ erinnert.
Hierher verschlägt es einige Studenten um Scotty (Rebecca Balding) zum günstigen Wohnen, nichts ahnend, dass hier jemand sein langes Messer griffbereit hält.

Da das Morden tatsächlich nicht im Vordergrund steht und im Verlauf immer stärker die zerrütteten Familienverhältnisse zutage treten, verwundert es nicht, dass über lange Zeit keine Messerklinge aufblitzt.
Leider räumt man den Studenten (zwei Paare) sehr viel Zeit ein, die diese mit Unternehmungen am Strand und kitschig aufgezogenem Knutschen verbringen, während die Bewohner des Hauses zunächst eher im Hintergrund wuseln.

Die latent unheilsschwanger ertönenden Streicher können über weite Strecken kaum Spannung erzeugen, allenfalls einige Szenen am Strand lassen eine bedrohliche Stimmung aufkommen. Das Interieur des Hauses kommt hingegen kaum zur Entfaltung. Die lange Treppe vorm Hauseingang, der finstere Dachboden, die maroden Holzverkleidungen und die düsteren Winkel, - da wird das Potential nur ansatzweise ausgeschöpft, weil die Kamera halt an ist und die Beleuchtung eben steht, - von handwerklichen Bemühungen ist man aber weit entfernt. Von daher gibt es kaum Anlass zum Gruseln.

Das liegt zudem am ungünstigen Pacing, da lange Zeit zu wenig geboten wird, die Gespräche der leitenden Polizeibeamten nur lahme Lückenfüller sind und man zulange hinterm Berg hält, was es mit dem Familiengeheimnis um die verlorene Tochter auf sich haben könnte (obgleich man das vorzeitig eine halbe Stunde gegen den Wind riecht).
Insofern wartet man ungeduldig auf den Showdown, denn bis jetzt gibt es erst zwei magere, völlig unblutige Mordszenen zu verzeichnen.

Und siehe da, es kommt doch noch ein wenig Schwung in die Sache, die Familienmitglieder werden aktiv, die Heldin in eine prekäre Lage katapultiert und final kann man immerhin noch einen erklärenden Flashback liefern, der alle Unklarheiten aus dem Weg räumt.

Doch Spannung hält sich bis zum Schluss in Grenzen, die Dialoge und das Mimenspiel der meisten Beteiligten ist ein Schauerstück für sich, was nur durch Yvonne De Carlo und Barbara Steele aufgewertet wird.
Die Charakterentwicklung bleibt bei den meisten Figuren auf der Strecke und wer am Ende noch immer nicht erraten hat, wer hinter den Morden steckt, wird wohl auch nach den Credits unwissend ins Bett gehen.

Dieser Streifen kommt wahrlich komplett ohne Eigeninitiative aus und bedient sich fleißig bis dato bekannter Vorbilder ohne eine nennenswerte Geschichte zu erzählen.
Mitreißende Momente und atmosphärisch überzeugende Szenen sind demnach Mangelware und wer mal wieder einen schnarchigen Beitrag aus den angehonkten 80ern sehen will, greift besser auf populärere Werke zurück, - nicht ohne Grund ist dieser hier nicht so bekannt…
3,5 von 10

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