Die Zombie-Apocalypse ist mal wieder Thema eines Regie-Debüts und bei diesem wirkt gleich die halbe Familie von Autor und Regisseur Steven Berryessa mit. Geholfen hat es nichts, denn trotz kleiner atmosphärischer Lichtblicke bleibt die Handlung mau und frei von Überraschungen, während die Infizierten beinahe in den Hintergrund geraten.
Nach einem nicht näher erläuterten Krieg stehen die USA am Abgrund, es herrscht Anarchie, Kannibalismus ist weit verbreitet und die wenigen Überlebenden sehen sich vielen Gefahren ausgesetzt, vor allem den New Ridgemont Riders, eine faschistische Gruppierung, welche Menschen entführt, vergewaltigt und tötet. Der ehemalige Soldat Michael, dessen Frau ein Opfer der Riders wurde, versucht mithilfe anderer Überlebenskämpfer seine entführte Tochter zu befreien...
Wer mit dem Metier auch nur ansatzweise vertraut ist, wird innerhalb der ersten Minuten feststellen, dass man es bei vorliegendem Werk mit einer Independent-Produktion zu tun hat, welche auf nahezu sämtlichen Ebenen scheitert. Die Mimen sind wenig markant und performen unterdurchschnittlich, die Kamera findet oftmals keinen ordentlichen Fokus, der Score fällt fast gar nicht auf und die minimale Story wirkt aufgrund von vier parallel ablaufenden Handlungssträngen viel zu bedeutungsschwanger, um im Verlauf auch nur ansatzweise mit arg konstruierten Zufällen überzeugen zu können.
Hinzu kommen austauschbare Figuren, die nicht nur aufgrund der grottigen Synchro einigen inhaltslosen Müll von sich geben und wenig sympathisch rüberkommen. Natürlich sind Gut und Böse klar definiert, doch so wirklich warm wird man keinem aus der Heldentruppe.
Zudem mangelt es an allen Ecken und Enden an Tempo und Drive, denn spätestens nach einer halben Stunde macht sich der Mangel an Action negativ bemerkbar. Kaum Angriffe von Infizierten, nur wenige Aktionen der fiesen Allianz unter der Leitung eines selbsternannten Reverends, stattdessen werden zwischenmenschliche Erfahrungen ausgetauscht, die aufgrund mangelnden Backgrounds rein gar nicht interessieren.
So pirschen sich Vater und Sohn durch die Wildnis, Cowboy und Girl finden sich, Mutter und gebissener, jedoch nicht infizierter Sohn sind ständig auf der Flucht und es verstreicht die Zeit bis zur letzten Viertelstunde relativ ereignislos. Erst als das Kollektiv das Domizil des Bösen erreicht, stellt sich ein Minimum an Action in Form schlicht inszenierter Zweikämpfe ein, kaum erwähnenswerte Schusswechsel gesellen sich hinzu, doch wirklich spannend gestaltet sich der Showdown ebenfalls nicht.
Die billige Optik mit ausgeblichenen Farben und einigen verwackelten Szenen ist auch nicht gerade förderlich und die raren Gewaltszenen wie blutige Einschüsse und abgeschnittene Haut sind kaum der Rede wert, obgleich der Einsatz von Computereffekten kaum auszumachen ist.
Im Endeffekt also ein Streifen ohne sonderlichen Nährwert, denn die Infizierten spielen eine eher beiläufige Rolle, während die übliche Botschaft im Sinne der Bestie Mensch kaum zündet. Unnütz und austauschbar wie ein Sack Rasenschnitt.
3 von 10