Oh Arnie, Du alter Ex-Politiker,
was war das denn für ein Schrott?
Im Vorfeld hab ich ja schon vernichtende Kritiken gelesen und hab gedacht: Joha, kippst Dir ein paar Bier rein und gehst mit niedrigen Erwartungshaltungen heran, schließlich brauche ich bei einem Actionfilm keine große Erwartungen zu haben. Doch selbst die niedrigen Erwartungen wurden dermaßen unterboten, so dass ich schnell eine Kritik runterwichsen muss - denn ganz ehrlich: Eine Kritik für "Sabotage" würde ich in einer Woche nicht mehr zusammenbekommen. Der Film war so schlecht, dass ich bereits jetzt schon die Hälfte vergessen habe.
Der sichtlich gealterte Arnold Schwarzenegger, der übrigens noch einmal um 10 Jahre älter aussieht wie in dem ganz passablen "Escape Plan" (in dem er leider voll die grottige Synchro hatte), spielt in diesem Film den Chef der "Drug Enforcement Administration", eine Eliteeinheit, die meist wegen Drogenschmuggel Häuser stürmt und über die Jahre hinweg eine verschworene Einheit geworden ist. Doch plötzlich werden sie verdächtigt, bei dem letzten Einsatz 10 Mio. Dollar unterschlagen zu haben, bzw. einer von ihnen. Denn, das Geld ist weg. Während man auf der Suche nach der Wahrheit ist, ob ein Mitglied ein falsches Spiel spielt, wird einer nach dem anderen ermordet. Oder hat das machtige Drogenkartell seine Hände im Spiel und will diese Einheit loswerden?
Die Story ansich hört sich nicht schlecht an, auch die ersten zehn Minuten, abgesehen von guten bis oberpeinlichen Onelinern, sind actionmäßig erste Sahne, doch danach verheddert man sich in der obermiesen Story. Regisseur David Ayer (der mit "End of Watch" in meinen Augen auch schon einen etwas fragwürdigen Film abgedreht hat) kann sich nicht genau entscheiden wohin er mit dem Script will.
Die Action weicht einem lauwarmen Furz von spannungsarmen Thriller, mehrere Nebencharaktere werden eingeführt, die wenig bis gar keine Funktion haben und ganz ehrlich: Das ist die unsympathischste Truppe, die mir jemals untergekommen ist, so dass die erfolgreichen Attentate einem völlig wumpe erscheinen und man sich wieder mehr Action herbeisehnt, anstatt sich weiter mit dem Schwachsinn an Story rumzuärgern.
Natürlich gibt es weitere Oneliner, die nicht mehr ganz so plump sind wie zu Beginn, aber auch nicht an Arnies Qualität von "damals" heranreichen und zusätzlich frag ich mich, warum die Stylisten Schwarzeneggers Haare nicht bis zum Ansatz gefärbt haben. Als müsste man auf Biegen und Brechen dem alten Bruder die 105 Jahre Lebenserfahrung ansehen.
Und natürlich gibt es auch noch einiges an Action zu bestaunen, wenn auch nur noch sporadisch. Doch wenn die Truppe mal im Einsatz ist, zeigt "Sabotage" deutliche Härten - das muss man dem Film zu Gute halten, denn wir sind mittlerweile nicht mehr in den 80ern und 90ern sondern in der kinderfreundlichen Zeit, in der die Zielgruppe von ganz jung bis zum Alter X erreicht werden soll - mit Schwerpunkt auf "jung". Man munkelt schon, dass "The Expendables 4" mit Brian Bosworth und Michael Dudikoff in Deutschland eine FSK6 anpeilt.
Wären nicht der klangvolle Cast und die wenig brutalen Actionszenen könnte man meinen, dass man hier eine schlechte Folge von "Law & Order" anschaut, bei dem die Autoren gestreikt haben. Die Laufzeit zieht sich wie Kaugummi in eine qualvolle Länge.
Definitiv Arnold Schwarzeneggers schlechtester Film.
3/10