"Ihre Leute kommen mir nicht wie Cops vor."
John Wharton (Arnold Schwarzenegger) kommandiert eine Einsatztruppe der Anti-Drogen-Behörde DEA, die eher einem chaotischen Haufen Söldnern gleicht. Seit der Folter und Ermordung seiner Familie durch ein mexikanisches Kartell, sinnt Wharton auf Rache, rückt aber auch seinem Team näher und sieht sie als Ersatzfamilie.
Ein Einsatz soll sich nun nicht nur für die Behörden auszahlen. Bei der Razzia auf das Versteck eines Kartells zwacken Wharton und sein Team zehn Millionen Dollar ab und spülen sie in die Kanalisation. Das an einem Seil hängende Geld ist allerdings während der späteren Bergung verschwunden. Dies soll aber nicht das einzige Problem bleiben, denn im Anschluss wird ein Mitglied der Einheit ermordet aufgefunden.
Seit seiner Rückkehr ins Filmgeschäft ist "Sabotage" der dritte Film mit einer Hauptrolle für Arnold Schwarzenegger ("Conan"-Reihe, "Terminator"-Reihe). "The Last Stand" sowie "Escape Plan" waren weder finanziell noch bei den Kritikern erfolgreich und auch "Sabotage" macht es nicht besser nach. Dies liegt sicher weniger an dem gealterten Actionhelden, sondern eher an der Handlung und der grausamen Figurenzeichnung.
Nach einem flotten Start vergeht eine ganze Zeit, ohne dass der Film eine genaue Richtung erhält. Mit der Zeit wird allerdings klar, dass es sich ferner um einen Actionfilm, sondern eher um eine Mischung aus realistischem Cop-Thriller und überdrehtem Milieudrama handelt.
Die Handlung besteht aus den üblichen Elementen von Ermittlungen, Verdächtigungen, kurzer (aber knackiger) Action und Charakterisierung. Bei letzterem versagt "Sabotage" allerdings völlig.
In der Figurenzeichnung versagt das Realismusbestreben am meisten. Die Charaktere vermitteln einzig den Eindruck abgewrackt, dauerbesoffen und asozial zu sein. Mit ihren prolligen Sprüchen begehen sie eher Exploitation-Terrain anstatt bodenstände Undercoverermittler zu vermitteln. Dauerhaft wird dies zu einem Problem, denn Sympathie kann man den potentiell Todgeweihten nicht entgegenbringen.
Auch die Handlung selbst lässt viele Fragen offen oder hintergeht die Logik in vielerlei Hinsicht. Das schlägt sich auf die Spannung aus, die nur selten ein hohes Niveau erreicht.
Am Ende kracht es erwartungsgemäß ordentlich. Bis dahin gibt es allerdings nur wenige Actionszenen zu bewundern. Dabei sind die Schießereien und Kampfszenen roh, realistisch und kompetent umgesetzt. Blutige Einschüsse und detaillierte Aufnahmen von Verletzungen sind der durchgehende Standard. Die Effekte dabei sind ansehlich und nicht comichaft übertrieben.
Das Zugpferd des Films ist sicherlich Schwarzenegger, der sich ausnahmsweise seiner Rolle unterordnet. Auch wenn er kein facettenreicher Schauspieler ist, so passt er dennoch gut in die Hauptrolle. Sam Worthington ("Avatar - Aufbruch nach Pandora", "Kampf der Titanen") wirkt neben ihm überaus blass. Und auch die restlichen Darsteller sind wenig erwähnenswert.
"Sabotage" bewegt sich zwischen ernsthaftem Thriller und Unterhaltungsblockbuster. Bei beiden versagt er aber überwiegend. Um als seriöser Thriller durchzugehen, fehlt es an einer gut durchdachten Handlung. Und um bei Zweiterem zu Punkten, mangelt es ganz klar an Humor und Ironie. Eine wahre Pein sind die Charaktere, die keinerlei Sympathien entwickeln. Und somit ist auch der dritte Film mit Arnies großer Beteiligung nicht das geworden, was sich viele Fans wünschen würden.
4 / 10