Bei den Wikingern war bekanntermaßen immer etwas los, denn es waren nicht nur Räuber und Plünderer, sondern auch Abenteurer und Entdecker, über deren religiöse Ausrichtung eher weniger bekannt ist. Eigentlich Grund genug, aus so einer Vorgabe ein paar mystische Runen zu entwerfen, doch das Werk von Matt Hish gleicht eher einer handelsüblichen Schlaftablette.
Nach der Vergewaltigung an Brenda ziehen sie, ihr Mann Thomas und Sohn Roger aufs Land nach Thornsby, wo auch ihr Vater Erik lebt, um das Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Doch nach einer merkwürdigen Begegnung mit der jungen Beyla auf dem Friedhof, welche bereits mit Brendas Mom gut befreundet war, häufen sich Visionen und schreckliche Alpträume...
Da über die heidnischen Bräuche der Wikinger wenig überliefert ist, hätte man ihnen durchaus etwas mehr andichten können, als einen Streit zwischen einer Hexe und ihrem Sohn, welcher dazu führte, dass Thornsby offenbar verflucht ist. Bis dieses jedoch überhaupt erst thematisiert wird, werden schablonenartige Figuren eingeführt, welche einem im Verlauf komplett egal sind und das trotz einer Vergewaltigung als Exposition.
Das Familiendrama hält sich quälend lange mit Nichtigkeiten auf, die Beziehung zwischen Thomas und Erik scheint von vornherein nicht gut und bei alledem wird sogleich klar, dass die ominöse Beyla ein Dämon aus der Vergangenheit ist, denn wer wie zwanzig aussieht, kann kaum mit einer alten Frau befreundet gewesen sein, die bereits einige Jahre tot ist.
Zudem entmaterialisiert sich die Blondine einige Male, während die Visionen auf kompletter Familienebene zunehmen, jedoch nicht deutbar ist, worauf die Chose hinausläuft.
Das wussten die drei Autoren um Hish selbst wohl auch nicht so genau, weshalb die eingeflochtenen Jump Scares an zwei Fingern abzuzählen sind, wobei die obligatorische Krähe im Halbdunkel eigentlich gleich wieder abzuziehen ist.
Ansonsten herrscht gegenseitiges Misstrauen in einer Ehe, in welcher augenscheinlich noch nie etwas stimmte und bei alledem kommt noch ein Klischee-Einheimischer mit dem Klassiker "Sie sollten gehen..." um die Ecke, um danach schwarze Gülle zu erbrechen.
Da gähnt selbst der Trashfreund auf Speed.
Mal abgesehen vom ausbleibenden Sympathieträger dümpelt der Stoff über weite Teile komplett ereignislos vor sich hin, weder der Friedhof, das Landhaus, noch der Laden der dubiosen Beyla schaffen Atmosphäre und zu allem Überfluss wirkt der Showdown mitsamt zahlreicher Logiklöcher beinahe schon kindisch und überzogen theatralisch, zumal die Pointe beinahe erzwungen wirkt, als müsse man eben irgendwann zum Ende kommen.
So ziehen sich die 99 Minuten, bei denen weder die gerade mal tauglichen Mimen, noch das eigentlich passable Handwerk etwas Positives beitragen können.
Die FSK16 scheint aufgrund kleiner Hautritzer noch viel zu hoch angesetzt, etwaiger Spuk ist erst gar nicht auszumachen und somit verkommt der Fluch der Wikinger zu einem komplett langweiligen Debakel ohne Unterhaltungswert.
2,5 von 10