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Bekanntermaßen trat Steven Spielberg in den Siebzigern mit seinem weißen Hai eine Welle in Sachen Tierhorror los, was oftmals eher lieblose herunter gekurbelte Werke mit Spinnen, Krokodilen oder Fröschen umfasste. Diversen Schlangen widmete sich Regisseur John McCauley, der augenscheinlich nicht den Anspruch hatte, einen Meilenstein im Genre zu setzen.

Nachdem zwei Kinder in der Wüste Nevadas etlichen Schlangenbissen zum Opfer fielen, wendet sich der hiesige Sheriff an den Spezialisten Tom, der mithilfe der Fotografin Ann den Tatort inspizieren soll. Die Spur führt sie zu einer abgelegenen Militärbasis, wo ein großes Geheimnis um einen einbetonierten Behälter in der Wüste gemacht wird…

Immerhin gibt es keinen abwiegelnden Bürgermeister, da in der Wüste selten alljährliche Touristenattraktionen durchgeführt werden. Entsprechend hat das vermeintliche Heldenpaar viel Zeit durch die Wüste zu latschen und ungleiche Meinungen auszutauschen, denn Frau Fotografin scheint eine verkappte Feministin zu sein, die am Ende doch nur hilflos in der Ecke steht und schreit. Der Spezialist kann hingegen eine Kobra ohne die Hilfe von Chuck Norris bändigen, sonderlich sympathisch kommt aber auch der nicht rüber.

Obgleich der Bodycount annehmbar ausfällt, - auf einer Farm kommt es nacheinander zu toten Hund, toten Huhn, toten Sohn, gibt es zu keiner Zeit einen Schlangenbiss zu verzeichnen, denn über die schrecklich entstellten Opfer wird lediglich geredet. Als schließlich doch ein wenig Blut zum Einsatz kommt, blutet erst die Brust und dann fällt der Schuss. Es kommen zwar echte Schlangen zum Einsatz, doch eine dringliche Bedrohung ist kaum auszumachen, zumal viele Schlangenszenen in Nahaufnahme einen sichtlich anderen Hintergrund ausweisen als den eigentlichen Schauplatz. Die Attacke auf eine badende Frau geht noch okay, aber auch nur, weil die nach dem ersten Vieh im Schaum erst einmal schreiend die nächsten zwei Schlangen abwartet.

Ansonsten können Schlangen während der Fahrt den Reifen eines Jeeps durchbeißen, die Perücke in Form eines braunen Lappens oberhalb grauer Schläfen zählt zu den übelsten ever und was CT3 mit Kommunisten anstellen sollte, wird wohl nie gänzlich enthüllt werden.
Interessant fällt indes die Sounduntermalung in Form von schlichten Klappergeräuschen aus, was in seiner Einfachheit durchaus creepy rüberkommt.

Wirklich spannend gerät das Treiben nie, die Wüstengegend punktet zwar auf atmosphärischer Ebene, doch die Geschichte hält sich mit zu vielen Nebensächlichkeiten auf, einschließlich einer völlig ungelenk eingebauten Liebesgeschichte, von der zwei Szenen weiter nichts mehr zu spüren ist. Ein insgesamt eher unspektakulärer und weitgehend harmloser Beitrag, den man allenfalls der Vollständigkeit halber mitnimmt.
5 von 10

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