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Andreas Prochaska ist ein Meister im Aufbau subtiler und bedrohlicher Spannung. Anders aber als in seinen Fernseharbeiten, mangelt es dem Film an Inhalt und Komplexität. Ein Rächer taucht auf, geht seiner Rache nach und reitet wieder davon; das Geheimnis des Dorfes wird früh aufgedeckt. Es gibt keinerlei inhaltliche Spannung, der psychologische Aspekt wird anders als in seiner "Spuren des Bösen"-Reihe völlig vernachlässigt. Insofern enttäuscht der Film etwas und bleibt hinter meinen Erwartungen zurück. Wer aber Prochaska bisher nicht kannte, der bekommt einen beinharten und in seiner Form wohl einzigartigen Ösi-Western präsentiert, der viel mit Bildsprache arbeitet und ein Bild-Klang-Erlebnis bietet, das kaum einer nachmachen kann. Düster, hart und technisch brilliant. Moretti bleibt zwar etwas blass, dafür ist Sam Riley eine Wucht.