Review

„Only the Strong“ ist trotz der Regie von Sheldon Lettich und der Besetzung von Mark Dacascos in der Hauptrolle nur ein durchschnittlicher Streifen.
Louis Stevens (Mark Dacascos) war mal ein Problemkind in der Schule, ehe er von seinem Lehrer Kerrigan (Geoffrey Lewis), dann zur Armee ging und bei den Green Berets in Südamerika stationiert wurde. In jedem Landstrich lernte er auch den exotischen Kampftanz Capoeira bis zur Meisterhaftigkeit. Diese Informationen erhält man recht früh im Film, was sowohl Einleitung in die Handlung bilden soll als auch die Benutzung des ungewöhnlichen Capoeira zu erklären.
Nach seiner Entlassung aus der Armee sucht er nach einen neuen Job in seiner Heimatstadt Miami, wird aber nicht so schnell fündig. Er beschließt die Lincoln High, seine ehemaligen Schule, aufzusuchen, um dort seinen alten Lehrer Kerrigan zu besuchen. Doch an der Schule herrschen Drogen und Gewalt, woran die Lehrer verzweifeln. Die Schule in krimineller Hand kennt man bereist aus Filmen wie „Der Prinzipal“, daher bietet sich hier wenig Neues, wenn auch ganz ordentlich gemacht.

Als Louis in eine Auseinandersetzung eingreift und drei schulbekannten Dealern via Capoeira den Hintern versohlt, kommt Kerrigan eine Idee: Zur Resozialisierung soll Louis zwölf besonders harte Problemkinder anstelle von Sport in Capoeira unterrichten. Doch diese erweisen sich anfangs nicht nur als lernunwillig, sondern durch sie gerät auch in Konflikt mit den kriminellen Elementen Miamis...
Der Mix aus B-Action und Highschooldrama vereint insgesamt bekannte Elemente zu einem nicht allzu originellen, neuen Mix. Dabei sind die Wendungen der Geschichte recht vorhersehbar (z.B. muss kurz vom Finale natürlich noch obligatorisch eine sympathische Nebenfigur ins Gras beißen) und die Spannung auch nur durchschnittlich. Immerhin ist die Inszenierung ganz gut, das Tempo mittelmäßig hoch und es treten keine größeren Längen auf. Trotzdem hat man oft das Gefühl Elemente des Films schon mal woanders besser gesehen zu haben.
Mag der Standardplot nur ein kleines Ärgernis sein, so nerven mit der Zeit dann auch die Klischees etwas: Der Rektor hängt sein Mäntelchen immer nach dem Wind und Louis verliebt sich im Laufe der Handlung natürlich in eine ehemalige Klassenkameradin, die inzwischen Lehrerin ist. Auch werden die Kiddies nur durch Capoeira nett und freundlich, wobei selbst nach einem Nachmittag intensiven Training der erste von ihnen schon diverse Techniken wunderbar beherrscht. Außerdem beherrscht der Oberfiesling auch Capoeira und im Showdown wird der Held erst zusammengeklöppelt, ehe er durch Motivation seiner Schützlinge dann auf einmal wieder mächtig austeilen kann und siegt. Einzeln mögen diese Dinge unwichtig sein, aber in ihrer gewaltigen Masse nerven sie dann doch.

Doch was den Film dann doch noch auf das Durchschnittsniveau rettet, sind die Capoeira-Szenen. Zum einen genießt der Film hier sicherlich einen gewissen Exotenbonus, aber sowohl die traditionelle, tanzähnliche Form in den Trainingsszenen als auch die abgewandelte Form in den Straßenkämpfen sind wirklich sehr gut choreographiert und bieten eine Abwechslung im Martial Arts Bereich. Vor allem gegen Ende nehmen die Kämpfe zu und vor allem der Fight in der Werkstatt ist ein echtes Highlight. Von der Menge her kann man sich an sich auch nicht beschweren; nur leider sind die Fights viel interessanter als die Handlung.
Mark Dacascos macht seine Sache alles in allem ganz ordentlich, aber er hat schon besseres abgeliefert. Geoffrey Lewis, mit dem Lettich schon den viel besseren „Double Impact“ drehte, ist bloß durchschnittlich, während die restlichen Darsteller ansonsten OK agieren.

Schwache Handlung und Klischees contra gute Regie und furiose Fights – das ist leider nur Durchschnitt.

Details
Ähnliche Filme