Im Bereich der Vampire und Werwölfe geht es derzeit scheinbar nicht mehr ohne Zugeständnisse an die breite Fangemeinde von "Twilight" und auch vorliegender Streifen bietet Coming-of-Age mit passabler Action, welche sich nicht allzu sehr von anderen Nachahmern unterscheidet.
Cayden (Lucas Till) flieht aus seinem Heimatort, als er eines Morgens seine Adoptiveltern getötet vorfindet und von der Polizei gesucht wird. Auf der Suche nach seinen Wurzeln gerät er nach Lupine Ridge, wo er in einer Bar auf die hübsche Angelina (Merritt Patterson) trifft, welche allerdings unter den Fittichen des Rudelführers Connor (Jason Momoa) zu stehen scheint. Ein Kampf zwischen den Wölfen in Menschengestalt scheint unausweichlich...
In der ersten Viertelstunde wähnt man sich tatsächlich bei einem Ableger des erwähnten Franchises, wobei der Ich-Erzähler Cayden einige Eckpunkte seines Werdeganges angenehm zügig und optisch ansprechend inszeniert abklappert, um kurz darauf in der heruntergekommenen Bar zu landen.
Wenig später hilft Cayden auf der Farm von John (Steven McHattie) aus, welcher offenbar ebenfalls ein düsteres Geheimnis zu hüten scheint.
Im eigentlichen Fokus steht jedoch die allseits bekannte Dreierkonstellation: Held, Love Interest und Bösewicht.
Rein inszenatorisch kann sich die Action sehen lassen, diverse Zeitlupen werden mit gutem Gespür fürs Timing eingestreut und insgesamt ist dem kämpferischen Treiben eine gewisse Dynamik nicht abzusprechen. Allerdings sind blutige Szenen rar gesät und mittels CGI nicht allzu überzeugend umgesetzt, während die Werwolfmaskeraden deutlich zu steril daherkommen. Besonders bei Cayden wirkt der Kopf wie aus dem Theaterfundus entnommen und auch Verwandlungseffekte per Computer wirken eher ein wenig lieblos.
Storytechnisch versucht Autor und Regisseur David Hayter es mit einigen minimalen Twists, doch ab einem bestimmten Punkt verläuft die Geschichte nur noch vorhersehbar und selbst beim Showdown überraschen etwaige Wendungen nur wenig.
Immerhin retten halbwegs bekannte Mimen wie Steven McHattie und Philip Maurice Hayes noch ein wenig, doch gerade bei der Hauptfigur stellt sich die Frage, warum diese mal wieder wie ein ausgemachtes Weichei aussehen muss, während das Love Interest zumindest keine Kopie von Kristen Stewart ist.
Insgesamt fehlt "Wolves" das Augenzwinkern gegenüber einigen Klischees und obgleich das flotte Tempo und die okaye Action zwischenzeitlich für Kurzweil sorgen, nimmt man am Ende nicht allzu viel von dem Streifen mit.
Die entsprechend jüngere Zielgruppe könnte daran Gefallen finden, wer hingegen Innovationen oder gar düstere Stimmungsmomente sucht, darf allenfalls mit glatt gebügelter, jedoch passabler Unterhaltung ohne Anspruch rechnen.
Knapp
6 von 10