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Die fünf Freunde Carlos (Xoel Fernández), Celia (Marta Castellote), Begona (Eva García-Vacas), Jaco (Marcos Ortiz) und Ìvan (Jorge Páez) wollen es sich bei einem Kurzurlaub an den spanischen Sandstränden gut gehen lassen. Neben Schwimmen zählt natürlich auch die abendliche Party am Lagerfeuer mit viel Alk und Gras zur Tagesordnung.
Als das Quintett jedoch eine Höhle an einer Bucht findet und dort viel zu tief reinmarschiert, wird aus anfänglichem Spaß ein todernster Höllentrip. Denn nachdem sie beschließen, wieder zurückzugehen, haben sie sich in dem dichten, engen Höhlengeflecht verlaufen und finden den Ausgang nicht mehr. Nach mehreren Tagen auf der verzweifelten Suche nach einem Ausgang liegen die Nerven blank und auch der Hunger sowie der Durst sind am Limit angelangt...


Ach, es wäre mal so schön, wenn ich eine Woche keinen Found-Footage-Film ertragen müsste, aber auch die spanische Genrekost "La Cueva", der bei uns als "Die Höhle" erscheint, zeigt schon nach zwanzig Minuten, wo der Hammer hängt und lässt sich nicht - wie in den anderen gefühlten 80 Prozent, ewig Zeit, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Man muss diesem Film auch zu Gute halten, dass zumindest die männlichen Darsteller ziemlich kantige und witzige Charaktere verkörpern, während die beiden Girlies leider im Einheitsbrei untergehen.

Natürlich geht nach zwanzig Minuten nicht schon die Uschi ab, aber dort beginnt der Film schon allmählich, unangenehm zu werden. Ich denke, Leute, die unter Klaustrophobie leiden, sollten sich diesen Streifen eh nicht anschauen. Denn es gibt kaum Ecken oder Räume in dieser hervorragend ausgewählten Location, in der man stehen kann. Es wird meistens viel im Bücken gekraxelt oder auch am Boden entlang gerobbt.

Mit der Zeit dehydrieren hier auch die Kameraden, was natürlich den Überlebensdrang zum Vorschein bringt. Und dieser wird eben auch an einem gewissen Punkt unmenschlich, wenn es um das eigene Leben geht. Mehr will ich aus spoilertechnischen Gründen nicht verraten, aber genau dort liegt die Stärke des Films. Keine Geister, kein sonstiger paranormaler Schrott. Eben nur Mensch vs. Natur vs. Mensch. Und das steht dem Film gut zu Gesicht.


Dennoch ist "Die Höhle" kein Überkracher geworden, denn mir fehlen die Schockeffekte und das gewisse Etwas, was gute Found-Footage-Filme von dem Rest hervorhebt. Zudem finde ich das Finale komplett daneben. Das dürfte natürlich Geschmackssache sein, aber hier gibt es auch wieder einen Minuspunkt. Dies hätte man besser lösen können. Für Fans von diesem Genre auf jeden Fall einen Blick wert.


5/10

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