2ter Weltkrieg, 1943. Die Deutschen entwickeln die sogenannten "Fliegenden Bomben", die unbemannt auf London niedergehen sollen, und führen Tests an den Stränden von Peenemünde durch. Als die Allierten davon Wind bekommen, werden in einem nächtlichen Bombenangriff alle Startrampen lahmgelegt, die Entwicklung wird darauf unter Tage weitergeführt, auch in weitaus grösserem Masse. Zu Zwecken der Spionage und eventueller Sabotage werden dann 3 vor allem in der Ingenieurstätigkeit fähige Leute mit Deutschkenntnissen ausgewählt, und mit falschen Idenditäten nach Holland geschickt, um sich in dem Raketenbunker einzuschleusen. Doch schon kurz nach Start der Mission tauchen extreme Schwierigkeiten auf: Bei dem Ersten [ George Peppard ] taucht die nichtsahnende Ex - Frau [ Sophia Loren ] auf ], der Zweite [ Tom Courtenay ] bekam die Identität eines gesuchten Mörders verpasst und dem Dritten [ Jeremy Kemp ] wird 2sec vorher eine neue verpasst, die dieser nicht mehr auswendig lernen kann. Ausserdem läuft bei der Gestapo ein Mann [ Anthony Quayle ] rum, der sie alle schon mal gesehen hat...
Stilsicher und zurückhaltend inszenierter Spionage - Thriller, aufwendig produziert, der die relativ ausgewalzte Geschichte angemessen herüberbringt, und bis auf einige verschmerzbare Klischees blendend zu unterhalten vermag. Das losgeschickte und doch sehr minimale Todeskommando besteht hierbei einmal nicht aus wagemutigen Draufgängern, sondern intellektuelle Fähigkeiten sind gefragt. Das Tempo ist relativ ruhig, aber nicht lahm, zwischenzeitliche Suspensemomente und die feste Regie vermeiden etwaige Langeweile. Action kommt erst im letzten Drittel zum Einsatz, ist in seiner Gesamtheit aber weitgehend zu vernachlässigen. Der Bombenangriff auf London wartet zwar mit einigen richtigen Explosionen auf, aber der gleichzeitige Einsatz von doch sehr sichtbarer Tricktechnik zerschmettert ein wirkungsvolles Ergebnis. Schlimmer triffts allerdings den bombigen Showdown im Bunker, der nun fast ganz daneben geht, alles zu offensichtlich und "billig" gelöst.
Die Loren bekommt zwar top billing, ist aber nur 30min zu sichten und auch austauschbar. Die ganze Sequenz selbst hilft dem Film sowieso wenig, ist zwar ebenfalls nicht unspannend und wirft auch einige gekonnte Fragen auf, wird allerdings im Gegenzug dann zu schnell gelöst. Peppard macht seine Sache als verlässlicher Ruhepol sehr gut, wirkt auch bei der späteren Sabotageaktion als verlässlich und überzeugend.
Der Patriotismus hält sich verschmerzbar in Grenzen, Ron Goodwin's Score ist allerdings etwas zu aufdringlich, klingt zu sehr nach Kintopp. Dieses ist Crossbow zwar eindeutig, aber eins mit mehr Wert auf erzählter Spannung als auf Effekte.