kurz angerissen*
Maximilian Erlenwein ist nun kein zweiter David Lynch, aber im deutschen Genrefilm ist man ja momentan noch für jedes kleine Glanzlicht dankbar und der (Mystery?-) Thriller mit Jürgen Vogel in der Haupt- und Moritz Bleibtreu in einer tragenden Nebenrolle darf durchaus als solches benannt werden. Stimmungsvolle Bildeinstellungen in unwirklichen Blau-Grün-Tönen machen den Einstieg einfach, Vogels Präsenz ist äußerst intensiv und Bleibtreus Schatten lugt bedrohlich-närrisch hinter ihm hervor wie die Grinsekatze hinter Alice.
Zwar leibt sich der Aufbau – das war zu erwarten – mitunter stark am US-Trendkino; gerade Georg Friedrich, der im späteren Verlauf als Bad Guy in Erscheinung tritt, fällt samt Behinderung, bedrohlicher Laut-Leise-Intonation und exaltiertem Österreich-Akzent regelmäßig ein Schnitzel aus dem Gesicht, als wolle er sich für den nächsten Tarantino empfehlen. Doch obwohl weder gruselig im Maisfeld stehende Kapuzengestalten noch die Fight-Club-Konstellation erfahrenen Kinogängern Neues vermitteln können, lässt man den Reigen aus Reminiszenzen gerne über sich spülen, weil er einfach ansprechend gemacht ist.
Atmosphärische Bilder, viel Thrill, etwas Suspense, das ist auch einfach mal was anderes aus Deutschen Landen als die kleinkarierte Schweiger-Allerweltsformel um kaputte Beziehungen und Altenpflege.
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