Review

Fünf weibliche Häftlinge sollen unter Bewachung zweier Officer irgendwo im Wald Baumstümpfe ausgraben. Sie fliehen, verstecken sich in einer Waldhütte und werden dort plötzlich von Haien belagert.


Also gut, ihr Hai-Expert:innen da draußen, horcht mal Obacht, Professer Jim Wynorski teilt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über Haie, speziell über Urhaie, mit uns. So gibt es Urhaie, ich Dummerchen konnte mir leider den Namen nicht merken, die sowohl im Wasser, egal ob salzig oder nicht, und an Land jagen. Und da Biologen und Paläontologen ja über nahezu identisches Wissen verfügen und Urhaie wissenschaftlich voll erforscht sind, wissen wir auch, dass sie sich einmal im Jahr in einem etwa 2 qkm großen Gebiet zu Tausenden versammeln, gemeinschaftlich jagen und erst verschwinden, wenn alles leer gefressen ist. Und diese Urhaie, btw. bitte nicht mit der Legende des Megalodon verwechseln, das hier ist echte Wissenschaft, sind ordentliche Zeitgenossen, denn nach Rammangriffen richten sie die Stoßstangen von Autos wieder und wenn sie durch festgestampften Boden geschwommen sind, klopfen sie ihn hinter sich brav wieder fest. Überhaupt sind sie freundlich und hinterlassen ihre Visitenkarte in Form von Zähnen in den Plastikgliedmaßen der Ballonlippen und anderen talentfreien Appetithäppchen, was allerdings nicht nötig wäre, denn selbst Cop Traci Lords weiß ja, dass es Landhaie gibt. Und für all jene, die das nicht wissen, hat sie ein CGI-Verbrecher-Praktikant öfter mal ins Bild dieses filmischen Meisterergusses eingearbeitet, vor allem immer in Szenen, wenn eine der Darsteller-spielenden Personen sich unbeobachtet fühlte. Höchst aufdringlich sowas. Was vielleicht auch nicht zur Allgemein(BILD)ung gehört, sind Kenntnisse über Phosphor, der nach neuesten Erkenntnissen über Bioluminiszenz verfügt und Kalksteinwände von sich aus leuchten lässt, deshalb ist es in Höhlen auch überlicherweise viel heller, als man bisher it geschlossenen Augen angenommen hat.

Sozusagen als lobendes Schlusswort möchte ich noch die Brillanz der Wynorski'schen Dialoge, ganz zu schweigen von seiner Regie, hervorheben, und auf die Raffinesse des Drehbuchs hinweisen, in dem die fünf auch nach einem harten Tag Arbeit perfekt geschminkten, frisierten und ungeschwitzten, knapp und eng bekleideten Damen irgendwo 50 Meilen tief im Wald Baumstümpfe ausgraben sollen.


Und weil das als Schlusswort vielleicht doch zu lang war, hier mein Lieblingszitat (frei aus dem Gedächtnis):

Das war ein Hai. – Doch nicht hier im Wald. – Okay, aber vielleicht aus dem Fluss dort hinten.

In loving memory of the Shark-Movie sub-genre. RIP



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