Eine handvoll Schauspieler versammelt sich auf Einladung eines Regisseurs auf einem abgelegenen Landsitz irgendwo im Nordosten der USA. Sie sollen ein Stück darbieten, von dem sie allerdings nur Bruchstücke ihrer eigenen Rollen erfahren - das Script selbst ist in einem geheimnisvollen kleinen Buch notiert, das der junge Regisseur Nicholas, der es selbst geschrieben hat, nicht aus der Hand gibt: Es geht um eine mittelalterliche rumänische Kaufmannsfamilie und ein junges Liebespaar, dessen Liaison tragisch endet. Zum Ensemble gehören neben zwei jungen Damen und zwei jungen Herren auch der ehemals bekannte, mittlerweile aber kaum mehr besetzte ältere Schauspieler John (Robert Englund), der nach einem Alkoholproblem seit Kurzem wieder trocken ist und zu seiner Überraschung unter den Kollegen auch seine Ex-Frau Rebecca (Diane Cary) entdeckt. Diese eher sonderbare Konstellation wird noch dadurch verschärft, daß der gestandene Bühnenmime John zwar tausend Fragen zu seiner Rolle und dem ominösen Stück hat (auf die er freilich keine Antworten erhält), dies sämtlichen anderen Beteiligten aber ziemlich egal scheint. Außerdem bemerkt John, daß sowohl er als auch die Kollegen sich zunehmend mehr mit den dazustellenden Rollen identifizieren, so als wäre ein Geist in sie gefahren...
Trotz des bravourösen Einsatzes von Freddy-Krueger-Darsteller Eglund (Nightmare on Elm Street) vermag die Low-Budget-Produktion Kantemir zu keiner Zeit zu überzeugen: Zu undurchsichtig (und gleichzeitig banal) wirkt die Geschichte, als daß sie ernsthaft Interesse wecken oder gar Spannung erzeugen könnte. Umgeben von einigen schauspielerischen Abziehbildern (ein Mädel mit Ödipus-Komplex, ein finsterer Brutalinski, eine Karrieregeile, ein großer Schweiger etc.) fängt Eglund seltsamerweise als Einziger an, sich Gedanken und Sorgen zu machen, wird zunehmend nervöser und muß immer wieder von seiner ex-Frau (mit der er eine Art Waffenstillstand geschlossen hat) beruhigt werden. Doch seine Beobachtungen (u.a. ein Mord im angrenzenden Park) und seine daraus resultierende Unruhe übertragen sich nicht auf den Zuschauer, der sich nicht in die unwirkliche Situation hineinversetzen kann und dadurch auch nichts mit den mal bräunlich, mal bläulich gefilterten Szenen anzufangen weiß.
Zwar wird bald klar, daß irgendein alter Fluch auf dem Stück lastet, der sich auf seltsame Art auf alle Darsteller überträgt (die ihre Rollen bald nicht mehr von der Realität unterscheiden können und beispielsweise mit richtigen Degen statt Holzschwertern kämpfen, wie in einigen Überblendungen dargestellt), dennoch kommt keinerlei Spannung auf. Das Gruseligste am ganzen Film ist Diane Cary, deren maskuline Gesichtszüge vor allem in Großaufnahmen durchaus furchteinflößend wahrgenommen werden könnten, ansonsten plätschert das Geschehen träge vor sich hin. Entsprechend dem in eingeschobenen kurzen Rückblenden dargestellten Film-Script segnen ein paar Leute das Zeitliche, aber selbst dies geschieht zur Hälfte im Off und ist auch nicht sonderlich blutig dargestellt: *gähn* Der größte Ausfall ist jedoch der das wirre Geschehen choreographierende junge Regisseur Nicholas, der selbst wie einer seiner Laiendarsteller auftritt und überhaupt nichts Dämonisches an sich hat, obwohl er mit seinem kleinen Büchlein eigentlich die Fäden in der Hand hält: eine bedeutungslose Luftpumpe, völlige Fehlbesetzung. Man hätte seine Rolle eher Eglund übertragen sollen - der agiert als Einziger halbwegs überzeugend, was unter dem Aspekt, daß der Einäugige unter den Blinden König ist, aber keine große Leistung darstellt.
Trotz der nur 80 Minuten Laufzeit veranlaßt Kantemir ein ums andere Mal einen Blick auf die Uhr, wann denn der Käse endlich vorüber ist, und daran ändert auch die an sich stimmige Location im verstaubten alten Herrenhaus nichts: Gähnende Langweile und ein erwartbares Ende ohne jegliche Ideen: 2 Punkte.