Review

Staffel 6 - 8,5/10

Staffel 6

Noch einmal mit GeRoiland

Nachdem ich mich vor fast 10 Jahren Hals über Kopf in „Rick & Morty“ verliebt hatte, war vor ca. 5 Jahren nach der fünften Staffel etwas die Luft raus. Immer noch auf hohem Niveau, aber das echte Stückchen Genie gab's für mich nicht mehr, sodass ich erstmal nicht mehr weitergeschaut habe, die Serie trotzdem als eine meine absoluten animierten Lieblingsserien aus dem Westen im Herzen behalten und in jede „Topseriendiskussion“ eingebracht habe. Nun wurde es aber Zeit weiterzumachen, alte Freunde zu besuchen und neue Welten zu bereisen - egal wieviel sich seitdem getan hat (z.B. wurde Showrunner, Kreativgott und scheinbarer Pedo Justin Roiland angeklagt und gecancelt, wodurch kurzzeitig sogar in der Schwebe war, ob's mit „Rick & Morty“ überhaupt weitergeht). In dieser sechsten Staffel (der letzten also mit Roiland an Bord) erleben Rick & Morty neue und wilde Abenteuer durch dutzende Parallelwelten, Zeitebenen und Humorschichten…

Family Time

Es tat gut zu „Rick & Morty“ zurückzukehren! Das kann ich einhundertprozentig sagen. Einige Muster und geniale Kniffe werden nun zwar eher aufgegriffen, variiert, gekippt als erfunden, doch die Serie hat für mich noch immer eine Ausnahmestellung im Animationsbereich. Und sie gewinnt immer und immer und immer wieder gegen ihre eigenen Windmühlen! Was ich damit meine? Die Figuren sind einem an's Herz gewachsen - obwohl es so viele verschiedenen Versionen aus verschiedenen Paralleluniversen sind. Und sie oft asozial obendrauf sind. Roilands Humor ist noch immer speziell und brillant - obwohl er privat scheinbar ein Ekelpaket ist. Einige Konzepte, wie z.B. verschachtelte Universen, funktionieren immer noch stark - obwohl es diese schon ähnlich in vorangegangen Staffeln gab. Die unterliegende Hauptstory rund um Ricks Suche nach „Prime Rick“ hat was - obwohl die (oft noch besseren!) „Abenteuer der Woche“-Episoden im Grunde das eigentliche Salz in der Suppe sind. Der visuelle Look ist simpel und effektiv - obwohl das wohl nichts und niemand als „hübsch“ bezeichnen würde. Die popkulturellen Anspielungen sind vielfältig, frech und furios - obwohl einige Franchises wie Marvel oder Star Wars schon öfters dran glauben müssen als andere. Und und und. Und das sind alles Zeichen der Stärke von „Rick & Morty“ - eine äradefinierende Animationsserie, die in ihren Höhepunkten noch immer eine Klasse für sich ist und insgesamt unkaputtbar scheint. Auch vor sich selbst… Und Highlights wie die horroraffine Episode „Night Family“ stechen in diesem siebten Jahr für mich nochmal deutlich heraus. Jetzt bin ich sehr gespannt auf Season 7, die nach den massiven Umbrüchen besonders kritisch, skeptisch und entscheidend beäugt werden wird… 

Fazit: „Rick & Morty“ is still kickin'… Nicht mehr mit der Genialität und dem „Wow- und WTF?!“-Faktor seiner Startstaffeln… Aber immer noch eine verdammt gute Zeit! (8,5/10)

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