Staffel 7
Willkommen in einem Paralleluniversum
Staffel 7 von „Rick & Morty“ kommt nach einem schockierenden Wendepunkt hinter den Kulissen und stellt die Weichen für die wohl entscheidendste Phase der gesamten Serie. Nach dem brutalen und unerwarteten „Weggang“ bzw. Rausschmiss von Showrunner Justin Roiland musste man sich neu aufstellen. Und das massiv, auf allen Ebenen. Von den wichtigsten Synchronsprechern über den Schreiberraum bis zum Marketing - das hätte alles den Super-GAU und das Ende dieser von mir wirklich innig geliebten Kultserie bedeuten können. Aber es scheint so als ob „Rick & Morty“ diese scharfen Klippen doch irgendwie umschiffen kann. Doch was erleben die beiden Protagonisten in ihrem „verflixten“ siebten Jahr? Was macht „Rick & Morty“ selbst nach einem solchen Umbruch noch besonders und unterhaltsam genug? Hilft dieses „frische Blut“ eventuell sogar? Und warum war es wohl genau der richtige Schritt sich nun erstmal größtenteils auf „Standaloneepisoden“ zu konzentrieren, um den neuen Machern in dieser harschen Übergangsphase Zeit zum Atmen zu geben?
Ein Totalausfall, zwei Alltimer und viel leicht Unterdurchschnittliches (zumindest für „Rick & Morty“-Verhältnisse) - das ist die Ausbeute von Staffel 7. Ist das gut genug nach dem Weggang von Roiland? Ja, ich denke schon, lautet meine Antwort. Die Synchronrollen werden erstaunlich gut und nahezu nahtlos neubesetzt, es gibt immer noch kreative Höhepunkte, die einfach von nahezu keiner anderen Animationsserie erreicht werden, es wird die wohl längste „Mainquest“ der Serie ziemlich glorreich beendet und das „Finale“ im „Loch der Angst“ ist ein erstaunlich emotionales und introspektivisches. Ich weiß nicht, was das mit dem „Krieg der Zahlen und Buchstaben“ sollte, die Episode war weit unter dem Niveau der Show. Absoluter Murks. Und leider auch fast nie „so schlecht, dass es wieder lustig ist“. Doch ansonsten schafft die siebte Staffel durchaus einen Restart auf dem man aufbauen kann. Teils merkt man schon, was das für ein Shakeup war und wie sehr alle doch neu/wieder in ihre Spur finden müssen. Aber es scheint auf keinen Fall der unersetzliche Einschnitt oder Todesstoß für die Serie zu sein, der es hätte sein können. Zum Glück nicht. Ich will noch nicht, dass „Rick & Morty“ endet…
Fazit: Zwei absolute Highlightfolgen und viel „seinen Groove“ finden… Staffel 7 merkt man die gravierenden Änderungen hinter den Kulissen zwar an, aber es ist nicht so, dass Hopfensaft und Malz komplett verloren sind… Ganz und gar nicht! (8/10)