Im Gegensatz zu "Wes Craven's Wishmaster" stimmt hier der Titel wirklich, da Wes Craven (Scream) diesen Film nur präsentiert bzw. produziert.
Ende des 19. Jahrhunderts gelingt es Abraham Van Helsing (Christopher Plummer) den Vampir Dracula (Gerard Butler) einzufangen. Um sicher zu gehen, dass Dracula niemals frei kommt, hält sich Van Helsing mit dem Blut des Vampirs am Leben. Erst Anfang des 21. Jahrhunderts gelangt Dracula durch eine Bande von Kriminellen in die Freiheit. Aus den Kriminellen macht Dracula Vampire. In New Orleans begibt er sich dann auf die Suche nach Van Helsings Tochter Mary (Justine Waddell), die das Blut des Vampirs in sich trägt. Zusammen mit seinem Assistenten Simon (Jonny Lee Miller) will Van Helsing dies verhindern....
Gerard Butler (Die Herrschaft des Feuers) hat zwar nicht die Klasse von Christopher Lee oder Gary Oldman, überzeugt als Dracula aber um einiges mehr als der Möchtegern-Dracula in Stephen Sommers "Van Helsing". Christopher Plummer (The Insider) kann Schauspielern und absolviert seinen Part daher auch routinemäßig ab. Ex-Angelina Jolie-Stecher Jonny Lee Miller (Hackers) bleibt hingegen etwas blass. Justine Waddell (Magic Maggie) wirkt zwar etwas unscheinbarer als die drei sexy Vampir-Bräute, kann dennoch in ihren Szenen überzeugen. Jennifer Esposito (Chaos City) bewegt sich recht knackig durchs Bild und gibt eine sexy Vampirin ab. Jeri Ryan (Star Trek: Raumschiff Voyager) bleibt in ihrer Darstellung jedoch ausdrucksloser als ein Borg. Natürlich muss es auch noch zwei Quoten-Schwarze geben, die von Omar Epps (Scream 2) und Sean Patrick Thomas (Save the last Dance) gespielt werden.
"Wes Craven präsentiert Dracula" ist ein gut gemachter Vampir-Streifen, der auch neue Theorien aufstellt. So erfährt man nun, warum Vampire so angepisst auf Sonnenlicht, Silber und christliche Symbole reagieren. Gut ist auch, dass die getöteten Vampire nicht zu Staub zerfallen, wie es z.B. in "Blade" und "Buffy" der Fall ist. Dadurch wirkt der Film auch wieder etwas realistischer. Zudem hat man originelle Ideen (z.B. die Kamera-Szene) verwendet. Zum Glück hat man auch den schwarzen Humor nicht vergessen, der schon "Scream" aus dem Horror-Genre hervorhob. Denn die Sequenzen mit dem atheistischen Vampir und Dracula, der die Bibel als Propaganda bezeichnet, sind schon recht lustig.
Der Film benutzt Stile der modernen Vampir-Filme, vernachlässigt aber auch nicht den alten Charme der älteren Bram Stoker-Verfilmungen. Zudem wirkt er nicht so trocken wie die Fortsetzung von "John Carpenters Vampire".
Jedoch hat mich die Werbemache des Medienkonzerns Virgin auf Dauer genervt, da dessen Logo einem regelrecht ins Gesicht gedrückt wird.
Auch wenn es die eine oder andere härtere Szene gibt, sind diese dennoch nicht so hart, dass sie einer FSK 18-Freigabe rechtfertigen würden. Das haben sich dann wohl auch die Zensur-Deppen gedacht und den Film mit FSK 16 ungeschnitten gelassen.
Mir persönlich hat "Wes Craven präsentiert Dracula" gut gefallen und es lohnt sich auch den Film öfters anzugucken, da einem dann mehr Details auffallen werden.