Review

Im Milleniumjahr kehrt Dracula zurück, um endlich wieder frei zu sein

Story:
Abraham Van Helsing hütet seit Jahren ein Geheimnis. Er hat Grad Dracula nie getötet, sondern lebt von seinem Blut. Mittels Blutsaugern entzieht er dem Vampirfürsten Blut und injiziert es sich. So bleibt er unsterblich und kann den gefangenen Dracula bewachen. Ein paar Einbrecher stehlen ihm aber den Sarg und öffnen ihn. Dracula erwacht und nimmt seine blutige Mahlzeit ein. Darauf macht er sich auf eine Frau zu finden, die ihm ebenbürtig ist. Geboren mit Draculas Blut im Körper. Van Helsing nimmt den Kampf wieder auf.....
Der Versuch die Legende um Dracula zu entstauben gelingt teilweise, die Story bleibt aber simpel. Dracula wird von den Einbrechern befreit und jagt seiner Auserwählten hinterher, wo bei allerlei ausgesagte Leichen zurückbleiben. Fights mit Vampiren und Van Helsings Helfer folgen. Da Dracula am Ende noch etwas gutes tut, darf er in den Himmel und alle sind glücklich. Dracula eine neue Identität zu geben gefällt, ansonsten geriet mir der Film aber doch arg einfallslos.

Musik:
Das allerschlimmste am Film ist die Musik, denn hier hat der Regisseur versucht dem Film mit Gewalt Aktualität einzuhämmern. Harte Rockmusik hat in so einem Film gar nichts zu suchen und ist mehr als fehl am Platze. An den „unheimlichen Stellen“ wie zum Beispiel dem Friedhof wird dann mal gewaltig in der „Scream“ Kiste gewühlt, ob nicht noch ein brauchbarer ähnlicher Score zu finden ist. Der Versuch eines Neohorrorfilms scheitert.

Atmosphäre:
Stellenweise klasse und stellenweise packte mich das Kalte grausen. Mit dem Gefühl eines Holzhammers wechseln sich hier moderne und mystisch, dunkle Szenen ab. Letzteres überwiegt aber letztendlich und das ist gut so. Der nette Anfang im Mittelalter auf dem arg blutigen Schiff macht Durst auf mehr. Der Aufhänger, Dracula als Blutbank zu nutzen ist jedenfalls mal was neues. Dafür stören aber die „ach so hippen“ Jungstars und Mädels die bevorzugt in Top rumlaufen. Die Teenieslasher lassen grüßen. Der Bruch der Bande geht modern mit entsprechender Musikuntermalung vonstatten. In der verschlossenen Gruft wird dann endlich mal Atmosphäre gezeigt. Kaltes Gemäuer, schlechtes Licht und böse Fallen sind die Eckpfeiler. Als man den ersten Kumpel verliert, verschwindet man mit Sarg. Es kommt wie es kommen muss. Van Helsing bemerkt den Diebstahl und jagt seinem Assistenten los. Die neugierigen Diebe fliegen mit einem Flugzeug los und machen unvorsichtigerweise den Deckel auf. Dracula nimmt seine Mahlzeit ein und sorgt für neue Gefolgschaft. Auf der Suche nach seiner Geliebten reist er nach New Orleans. Dort wohnt auch Van Helsings Tochter, welcher schont ahnt was da auf ihn zukommt. Der hungrige Dracula genehmigt sich an der Absturzstelle erst mal eine Reportermahlzeit bevor er weiter zieht. Die Spielereien mit Spiegel und Kamera sind ja ganz nett, aber wo treibt sich seine Gefolgschaft rum? Dracula sieht, als er aus dem Wasser kommt, eher wie eine schwarze Variante der Backstreet Boys, als wie ein unsterblicher Fürst aus.
In des werden uns immer wieder Einblendungen von der verwirrten Mary Heller (Helsings Tochter) gezeigt, wo bei drauf geachtet wird, dass sie ja nicht zu viel an hat. In Visionen erscheint ihr Dracula, der nun weiß, wo er sie findet.
Während sich van Helsing nun erst mal Draculas Gefolgschaft vornimmt, zieht Dracula durch New Orleans. Wie van Helsing den Ort findet bleibt unerklärt. Der folgenden Kampf ist ganz nett und klaut ein wenig bei „Matrix“. Der schnell eingeweihte Assistent Simon schlägt sich annehmbar und lockert das Geschehen mit Dialogen wie „Sorry Alter, ich bin Atheist“(Vampir) „Gott liebt dich trotzdem.“(Simon) auf. Worauf er eine Klinge aus einem Kreuz springen lässt und ihm ins Auge haut.
Nachdem der Kampf nun beendet wurde, erzählt van Helsing seine Geschichte und wie er Dracula mit einem Spiegeltrick fing. Das probiert er später noch einmal, aber Dracula ist ja nicht von gestern(na ja eigentlich schon...)
Der zieht nun durch New Orleans und vögelt allerlei Weiberlei im Schwebezustand. Eine Stellung die es so im Kamasutra bestimmt nicht gibt. Dabei braucht er nicht mal seinen hypnotischen Verführungstrick einzusetzen.
Es kommt wie es kommen muss: Dracula bekommt „seine“ König in die Hände und „infiziert“ sie. Simon wird gefangen und soll angeknabbert werden. Mary befreit Simon aber, worauf ein letzter Endkampf folgt, in dem dann auch all zu deutlich zu den Matrixsternen gegriffen wird. Wie es endet kann man sich vorstellen.......
Der Film hat gute und schlechte Ansätze. Obwohl man versucht hat, die Dracula Saga in die Gegenwart zu transferieren hat, bleibt viel Atmosphäre. Das liegt weniger an den zum größten Teil schlechten Darstellern, sondern an den gut inszenierten Orten. Ob nun Friedhof, Schlafplatz der Vampire oder das Flugzeug. Meist gelingt es dem Regisseur mit Nebeleffekten und Dunkelheit eine wirklich unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Davon wird aber viel durch die Straßenfeste in New Orleans mit Hardrockmusik zerstört. Diese überflüssigen Einspielungen sind tödlich für die Atmosphäre. Hin zu kommen die doch arg übertriebenen Kämpfe, bei denen zu sehr auf Matrix Effekte gesetzt wurde. Passt in meinen Augen nicht in einen Vampirfilm.
Einen dicken Fehler gibt es im Film noch dazu. Mary trägt im Film ein Kreuz um den Hals, dass auf dem Friedhof irgendwie verschwindet. Kann mir einer erklären wo das hin ist? Am Anfang sah es für mich wie eine letzte Barriere vor dem Fürsten der Finsternis aus.

Schauspieler:
Ein gealterter Christopher Plummer gefiel mir als Van Helsing sehr gut. Er verkörpert den Vampirjäger als robusten Mann, der auch nach all’ den Jahre nichts verlernt hat. Trotz seines Alters erschießt und tötet er die Vampire wie eh und je. Herausragender Darsteller, der seiner Figur auch ein Schuss Charisma mitgeben konnte. Unentschlossen fragt man sich, ob man nun für oder gegen ihn sein soll.
Speziell Gerard Butler war als Dracula ein Totalausfall. Die Magie, die Dracula sonst ummantelte, kommt hier gar nicht rüber. Der Mann sieht einfach zu sehr nach Teeniestar aus, als wie ein alter Fürst aus Transsilvanien. Als er frisch aus dem Fluss auftauchte musste ich sogar loslachen. Ähnlich sieht es auch mit dem Rest aus. Speziell von Jennifer Esposito hatte ich mehr erwartet. Der Versuch die Legende zu modernisieren schlägt fehl, da man es einfach übertrieben hat. Eine Riege gutaussehender, meist untalentierter Jungdarsteller ersetzt einfach keinen Peter Cushing oder Christopher Lee.
Jonny Lee Miller alias Simon Sheppard kommt zum Beispiel viel zu pseudocool rüber. Als er sich vom Vampir (Marcus) abwendet und der wieder aufsteht, kann man schon erahnen was gleich geschehen wird. Die Figur des Simon ist so übertrieben, dass sie schon fast lächerlich wird. Die Geschichte um Dracula verkraftet er viel zu schnell. Seine Zweifel verfliegen schnell. Praktisch, dass er auch noch gut aussieht und als Vampirjäger herhalten kann. Erinnert mich irgendwie an Buffy......

Fazit:
Kein sonderlich gelungener Versuch Dracula in die heutige Zeit zu verfrachten. Atmosphäre ist zwar stellenweise vorhanden, aber überflüssige Zwischenszenen (Straßenfest) und untalentierte Schauspieler zerstören viel. Zum lächerlichsten Dracula der Filmgeschichte möchte ich gar nicht mehr sagen. Die Grundidee ist in des ganz nett, das nicht fehlerfreie Drehbuch zerstört aber viel. Trotzdem verliert der Mythos seinen Zauber und damit auch seinen Unterhaltungswert. Einmal ansehen ist okay, aber nichts bahnbrechendes erwarten. Nur ein weiterer Mainstreamhorrorfilm.......

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