Wer mit Gesichtern wie Vinnie Jones, Danny Trejo und Luke Goss auf dem Cover wirbt und seinen Streifen "Beyond Justice" nennt, suggeriert natürlich die Hoffnung auf einen dreckigen B-Actioner. Tatsächlich ist das Werk von Regisseur und Hauptdarsteller Timothy Woodward Jr. ein Justiz-Krimi, der in vielerlei Hinsicht statisch und oberflächlich daherkommt.
Strafverteidiger Jaxon Stone (Woodward Jr.) will Amanda Torres (Erin Marie Hogan) helfen, deren Bruder Juan der Vergewaltigung und des Mordes bezichtigt wird. Zeitgleich verlangt Mafiaboss Delacruz (Vinnie Jones), Genugtuung für den Tod seines Sohnes, um sich persönlich an Juan rächen zu können. Jaxon gerät in einen lebensgefährlichen Interessenskonflikt...
Woodwward Jr. versucht sich an einem Stoff, der entfernt an Grisham erinnert und nimmt sich damit schlicht zuviel vor. Die Mischung aus Gerichtsdrama, Gangsterfilm, Action, einem Hauch Neo Noir und angedeuteter Erotik findet nie zu einem flüssig erzählten Ganzen, etwaige Erzählelemente werden oft nur angerissen, um kurz darauf komplett fallen gelassen zu werden. Zudem arbeitet die Kamera latent einseitig, was die Sache noch hölzerner erscheinen lässt.
Die Ausgangssituation ist bei alledem interessant, da der Anwalt beide Parteien zeitgleich vertreten soll und folgerichtig in die Bredouille gerät, zumal er als aufstrebender Jurist nur verlieren kann, - seine Zulassung, seinen guten Ruf oder gar sein Leben.
Ausschnitte einiger kurzer Ausführungen vor Gericht sind sogar halbwegs spannend zu verfolgen, doch das Drumherum ermüdet rasch, da die Aufklärungsarbeit einerseits zu viele logische Lücken beinhaltet und andererseits zu vorhersehbar bleibt.
Ein kurzes Techtelmechtel reißt das Geschehen für einen Moment völlig aus dem Fokus und auch der Aspekt des Mädchenhandels durch die Gang um Delacruz ist im Grunde nur dazu da, um Danny Trejo eine gefühlte Minute Spielzeit als Bösewicht einzuräumen, - thematisiert werden diese kriminellen Machenschaften im Nachhinein nicht mehr.
Das Spiel aus Interessenskonflikten, Verschwörungen und falschen Fährten gerät zu einem dialoglastigen Unterfangen, bei dem viele Aspekte lediglich angerissen und einige Nebenfiguren wie Luke Goss als Informant oder Matt Cinquanta als FBI-Mann zu vage in die Handlung eingestreut werden, um kurz darauf für immer zu verschwinden.
Trotz der Präsenz einiger Mimen der B-Garde mangelt es Woodward Jr. selbst an Charisma. Gegen Jones, Trejo, Mischa Barton und Luke Goss zieht er grundlegend den Kürzeren und auch die inneren Konflikte seiner Figur werden unzureichend transportiert.
Erzählerisch wird ein unausgegorenes Kuddelmuddel präsentiert, welches allenfalls in Ansätzen Suspense schürt, letztlich jedoch an der globalen Vorhersehbarkeit der Geschichte und der ungelenken, zu dialoglastigen Präsentation scheitert.
3,5 von 10