„Bewakoofiyaan“: Liebe im Minus
Bewakoofiyaan startet mit einer erfrischend modernen Prämisse: eine Liebesgeschichte, die nicht von großen Schicksalsschlägen, sondern von ganz realen Problemen wie Arbeitslosigkeit, finanzieller Unsicherheit und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt ist. Gerade dieser Ansatz hebt den Film zunächst angenehm von klassischen Bollywood-Romanzen ab. Ayushmann Khurrana bringt als Mohit eine natürliche Bodenständigkeit und sympathische Verletzlichkeit mit, während Sonam Kapoor als Myra eine gewisse Leichtigkeit und urbane Eleganz verkörpert, die gut zur Figur passt. Doch der eigentliche Star ist Rishi Kapoor als V.K. Sehgal, der mit seiner Mischung aus Strenge, Humor und unterschwelliger Wärme jede Szene an sich zieht und dem Film die nötige Energie verleiht.
Die Dynamik zwischen den drei Hauptfiguren funktioniert in vielen Momenten erstaunlich gut, besonders wenn es um das unausgesprochene Kräftemessen zwischen Mohit und V.K. geht. Der Film trifft dabei durchaus den Nerv einer Generation, die zwischen Karriereängsten und Beziehungsfragen navigiert. Auch die Dialoge sind stellenweise pointiert und spiegeln die Realität urbaner Mittelschicht erstaunlich glaubwürdig wider.
Allerdings verliert Bewakoofiyaan im Verlauf zunehmend an erzählerischer Klarheit. Die Handlung wirkt stellenweise zerfasert, und wichtige emotionale Entwicklungen werden zu schnell abgehandelt, während andere Szenen unnötig in die Länge gezogen werden. Besonders die Beziehung zwischen Mohit und Myra leidet darunter, da ihre Konflikte nicht immer die Tiefe bekommen, die sie verdienen. Auch das Tempo schwankt, wodurch der Film nie ganz den Rhythmus findet, den seine Geschichte eigentlich bräuchte.
Trotz seiner Schwächen bleibt der Film dank seiner Darsteller und seines alltagsnahen Themas durchaus sehenswert. Bewakoofiyaan ist kein großer Wurf, aber ein sympathischer Versuch, eine realistischere Liebesgeschichte zu erzählen, der jedoch an seiner unausgereiften Umsetzung scheitert. Am Ende bleibt ein Film, der mehr Potenzial hatte, als er letztlich ausschöpft.