Review

Zellwood in Florida dürfte dem normalen Horrorfan bisher noch unbekannt sein, bis im Intro von Deadly weekend jemand über die dortige Kriminalitätsstatistik etwas vorliest. Danach sieht man einen ans Bett gefesselten Vollpfosten, dem ein häßlicher Silikon-Bimbo ein bestimmtes Körperteil mit der Gartenschere amputiert - letzteres ist aber nur ein Film, den sich Katie und Matt gerade anschauen. Eigentlich hat das junge Pärchen besseres zu tun, denn es steht ein Camping-Ausflug nach... Zellwood/Florida (ja, genau) auf dem Programm, gemeinsam mit einem anderen jungen Pärchen (Ryan und Brittany). Dort angekommen, wird im Wasser geplantscht und belangloses Zeug geschwafelt, bis sich abends beim Birne wegsaufen herausstellt, daß Katie mit Matts bestem Freund Ryan schonmal was gehabt hat, wenn auch vor deren gemeinsamer Zeit. Matt packt dies überhaupt nicht und geht am nächsten Morgen ziemlich angesäuert allein in den Wald, gefolgt von Ryan, der mit ihm reden will. Aber bevor er ihn erreicht, wird er von irgendetwas verhackstückt...

Hinter dem einfallslosen Titel Deadly weekend verbirgt sich mal wieder das sattsam bekannte Rednecks-im-Wald-jagen-Touristen-Thema, und da es sich um eine Low-Budget-Produktion mit nur wenigen Laien(?)darstellern handelt ist die Erwartungshaltung ohnehin schon eher niedrig. Erschwerend kommt hinzu, daß der belanglose Streifen erst ab der Hälfte überhaupt mit so etwas wie Action rüberkommt, davor muß man sich durch vollkommen uninteressante Seifenopernthemen quälen. Die angesprochene "Action" sieht dann so aus, daß mittels Gegenschnitt, bei dem etwas Blut auf einen ausgebleichten Rinderschädel spritzt, der erste Tourist dran glauben muß - den/die Täter sieht man gleich gar nicht, und vom Opfer bleiben dann nur ein paar (saubere) Knochen und ein Stoff-fetzen übrig. Viel billiger geht es nicht...

Als dann klar wird, wer hinter der Sache steckt (immerhin eine kleine Überraschung) geht es mit den faden Dialogen, zum Geschehen vollkommen unpassender Mimik und bemüht sadistischer Folter weiter - in einem mit Tüchern abgedeckten Raum. Dort setzt sich das spannungslose Geschehen mit künstlicher Dramatik und wenig überzeugenden Darbietungen fort: Katie liegt am Boden (Hände am Rücken gefesselt und diese lose mit den Füssen verbunden) und windet sich stöhnend herum, obwohl ihr gar nichts passiert, da erstmal die Kollegin an der Reihe ist. Ans Aufrichten oder wegrollen denkt Katie nicht, auch ein herumliegendes Messer nutzt sie nicht um sich zu befreien. Die "Folterer" selbst (die ihre Rollen wie in einer Schulaufführung spielen) gehen äußerst sorglos mit ihren Werkzeugen um (die sie überall herumliegen lassen), können keine Knoten binden (Matt) und lassen Geflüchtete "einfach so" entkommen. Dementsprechend kommt zu keiner Zeit irgendeine Art von Spannung auf. Apropos Gore: Was man selbst in der ungeschnittenen Version an Splatter zu sehen bekommt, ist kaum erwähnenswert - gerade mal eine einzige Szene, in der eine Heckenschere einen Bauch aufschlitzt, erreicht halbwegs vorzeigbares Niveau.

Wenn es überhaupt etwas Positives zu erwähnen gibt, ist dies der Umstand, daß die Rednecks in Deadly weekend nicht degeneriert sind, sondern im Gegenteil recht adrett auftreten, was auch für das Touristen-Kleeblatt gilt: Aber allein ein hübsches Gesicht (ex-Playmate Sarah Jean Underwood als Katie, die übrigens stets bekleidet bleibt) macht eben noch keinen guten Film aus, zumal es ganz substantiell schon am Drehbuch hapert. 2 Punkte.

Details
Ähnliche Filme