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Was haben uns hohe Felder im Horrorgenre bereits das Gruseln gelehrt: "Kinder des Zorns" oder auch "The Maze" spielten größtenteils recht effektiv mit dem Unberechenbaren, welches zwischen Mais und Sonnenblumen lauern könnte.
Regisseur Daniel B. Iske, der zusammen mit Autor Scott Coleman den ähnlich gelagerten "The Wretched" auf die Beine stellte, gingen hier jedoch frühzeitig die Ideen aus und selbst das Maisfeld verkommt zu einer harmlosen Kulisse ohne Atmosphäre.

Sieben Studenten um Trent wollen nahe einer leer stehenden Farm einige biologische Untersuchungen anstellen und zelten in der Nähe des angrenzenden Maisfeldes. Als jemand nachts von Alpträumen geplagt wird, macht sich die Gruppe noch keine Gedanken, doch als ein altes Tagebuch mit der Vorgeschichte der Farm gefunden wird, breitet sich kollektives Unbehagen aus...

Das obligatorische Vorspielkapitel deutet bereits an, dass diverse Ableben wohl eher unspektakulär ausfallen werden, denn als ein Knutschpaar nach Aufbruch vom Lagerfeuer gemeuchelt wird, ist die Umgebung viel zu dunkel, um überhaupt einen Blutspritzer wahrnehmen zu können.
Auch die Einführung der Figuren verdeutlicht die Lieblosigkeit des Drehbuches, denn bis auf den Projektleiter, der obligatorischen Zicke und der Sensiblen fallen die übrigen Personen nicht ins Gewicht und auch ein potentieller Held ist nicht auszumachen.

Derweil wird am Lagerfeuer zwar die Legende der Vorgeschichte angedeutet, wonach die ansässigen Ureinwohner mit den Cartwrights (nein, nicht die Bonanza-Heinis) blutig aneinander gerieten, doch was kurz darauf diverse Flüsterstimmen bezwecken, erschließt sich nur andeutungsweise. Auch die Tagebucheinträge erhellen den ominösen Background nur geringfügig, so dass man mit dem eigentlichen Kern der Bedrohung reichlich im Unklaren gelassen wird. Fakt ist lediglich, dass ein Dämon von einer Person kurzfristig Besitz zu ergreifen scheint, ansonsten würde noch weniger als etwas Blut zu sehen sein.

Denn mit den hier gezeigten Gewalteinlagen katapultiert sich der Streifen endgültig ins Abseits, da die Ausleuchtung jedesmal zu spärlich ist, oder Momente wie Enthauptung oder Körperteilung komplett im Off stattfinden. Explizite Momente sind überdies nicht auszumachen, selbst die eigentlich dazugehörigen Nacktszenen werden ausgeklammert.

So geschieht die erste Dreiviertelstunde rein gar nichts und man muss das teils grenzdebile Gelaber der jungen Leute über sich ergehen lassen, nur damit Kindergarteneffekte wie Flüsterstimmen bemüht werden, welche bis auf ein bleiches Dämonengesicht die einzigen Schockmomente verkörpern. Das hohe Feld wird derweil fast gar nicht effektiv genutzt, da hier weder ein Versteckspiel stattfindet, noch die Kamera in der Lage ist, mit diversen Perspektiven zu spielen.

So vergehen die rund 84 Minuten nur langsam, da das Treiben zu ereignislos vor sich hin plätschert, spannende Momente an zwei Fingern abzuzählen sind und auch die Mimen nicht mehr als bescheidenes Mittelmaß abliefern.
Für einen Slasher zu unblutig und für einen Geisterfilm kaum gruselig, - einer von denen, die sich selbst Maisfeldfreaks schenken können.
2,5 von 10

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