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Todd Sheets ist eine weitere Größe unter den amerikanischen Amateurfilmern, dessen Schaffen sich aber eher durch Quantität als durch Qualität auszuzeichnen scheint. Der Mann hat zwischen 1985 und 2000 immerhin eine beachtliche Reihe an Filmen auf die Beine gestellt, bevor er plötzlich mit dem Drehen abrupt aufhörte.

Aber nun zu ZOMBIE BLOODBATH:

In einem Kernkraftwerk in der Nähe von Kansas City kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem sämtliche Angestellten in Zombies verwandelt werden. Die Regierung versucht, diese Katastrophe zu vertuschen, aber es dauert nicht lange, bis sich die Untoten auch draußen an der frischen Luft rum treiben, die Stadt leer fressen und zwei miteinander eng befreundete Familien durch die Gegend scheuchen.

Kamera, Ton und Schnitt sind wesentlich versierter als etwa bei ZOMBIE 90 von Andreas Schnaas, aber es verwundert schon ein wenig, dass Todd Sheets, nachdem er hier bereits über acht Jahre Erfahrung auf dem Regiestuhl besaß, nichts Besseres zustande bringen konnte als die übliche Manschorgie mit Tierinnereien und hohlen Zombies. Die dünne Handlung bzw. das dünne Drehbuch besteht fast nur aus einer einzigen langen Verfolgungsjagd, bei der unsere Gruppe von menschlichen Figuren immer weiter schrumpft. Inhaltlich besser als ZOMBIE 90 ist diese eintönige Schlachtplatte also auch nicht. Allein die Handgemenge mit den Zombies sind größtenteils so unbeholfen gefilmt worden, dass dabei nur wenig Laune, geschweige denn Spannung oder Dramatik, aufkommen wollen. Da wird ein potentielles Opfer gleich beim ersten Mal gefressen, jemand anderes hingegen strampelt sich ohne ersichtlichen Grund immer wieder ungeschoren aus der Masse an umkreisenden Zombies frei. Vielleicht kann man von einem Zombiesplatter ohne jegliches Budget und mit schätzungsweise maximal 40 Laiendarstellern aus dem Freundes- und Bekanntenkreis nicht wesentlich mehr erwarten, aber wenn z.B. der eine Familienvater mit dem unmöglichen Vokuhila Haarschnitt nach seinem Ableben noch drei verschiedene Zombies mit nur jeweils leicht verändertem Makeup mimen muss und trotzdem wegen seiner Frisur schon von weitem als stets gleiche Person erkennbar ist, dann ist das ganz einfach nur dumm. Lustig hingegen sind ein paar andere Unzulänglichkeiten aufgrund des nicht vorhandenen Budgets: Da muss eine ganz gewöhnliche Garage als Teil eines Atomkraftwerkes herhalten, bei einer angedeuteten Explosion eines Gebäudes wackelt die Kamera nur kurz, man hört ein Geräuscheffekt wie aus einem C64 Spiel und es regnet ein paar Kieselsteine auf die Darsteller… und eine zierliche Fünfzehnjährige spielt die Rolle einer Nuklearwissenschaftlerin (!), die vor Jahren im Unglücksreaktor gearbeitet hat. Wie alt war sie da? Sieben? Acht?

Gefallen haben mir eigentlich nur die übertriebenen Melt FX zu Beginn, wo den Akteuren eimerweise rote und weiße Soße vom Kopf herunter lief. Bei der ewig langen Flucht vor den Untoten blitzte auch gelegentlich etwas Unterhaltung auf. Zumindest wurde ZB nie langweilig. Die Masken der Zombies hingegen waren so einfach gehalten wie nur möglich: Schwarze Kreise um die Augen und die Gesichter mal weiß, grau oder grün angemalt. Beste Szene im ganzen Film: Zwei Männer betreten eine Kirche, wo anscheinend eine Trauermesse gehalten wird. Plötzlich blicken der Priester und alle betenden Gäste auf die beiden Männer – und es sind alles Zombies! Aber solche gelungenen Momente sind hier sonst Mangelware.Auf den Punkt gebracht: Ein naives 08/15-Amateurgeschmodder.

4 von 10.

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