Konsolenfreunde altmodisch angehauchter Spiele werden vermutlich längst aufgehorcht haben, zumal es sich bei dem Streifen um eine deutsche Produktion handelt. Die Macher Andreas Tom und Achim Lützelschwab scheinen Kenner und Fans der Genreration "Doom" und Konsorten zu sein, nur geht das Konzept der dauerhaften Egoperspektive nur bedingt auf.
Denn der namelose Held (Stephan Weyte) begibt sich nach dem Ausbruch einer Zombieseuche ins Zentrum der Epidemie, um seine Freundin Linda in einem Krankenhaus zu finden. Dabei stößt er auf allerlei Gegner, jedoch auch auf Hinweise, wer eventuell Initiator der Angelegenheit sein könnte...
Im Grunde darf man sich den Ablauf wie einen Walkthrough vorstellen: 95% Egoperspektive mit Händen und diversen Waffen im unteren Bildbereich, zwischenzeitlich wird das Spiel gespeichert, bei Misserfolg auch an etwaiger Stelle nochmal neu begonnen, begleitet von teils witzigen, teils selten dämlichen Anmerkungen des Gamers, welcher mit Weyte immerhin eine markante und Genrefreunden nicht unbekannte Stimme erhält.
Das Ausgangsidee ist großartig, die Umsetzung aufgrund der gelungenen Kameraarbeit und einiger atmosphärischer Szenarien wie Krankenhaus oder Bergwerk teilweise durchaus ansprechend und herrlich nostalgisch muten diverse Graphiken in 8-Bit an, was C-64-Freunde fast schon dazu bringt, das alte Teil aus der Ecke zu kramen.
Doch auf Dauer verliert das eindimensionale Treiben an Reiz. Wer Spiele wie "Quake", Duke Nukem" oder das frühe "Resident Evil" mag, widmet sich derer, das passive Beiwohnen ohne eine entsprechende Dynamik ermüdet hingegen spätestens ab Mitte der kurzen Laufzeit von 79 Minuten.
Wirklich spannende Momente finden sich bei alledem nur selten und obgleich einiger Referenzen, grundsolider Sounduntermalung und gelungenen Make-ups ist die Chose ein einmaliges Ding, welches sich ausschließlich an Zocker der alten Schule richtet.
Diese könnten an der Chose, je nach Nerdgrad ihren Spaß haben, aber eigentlich möchte man beim Ego-Shooter ja selbst Hand anlegen...
5,5 von 10