iHaveCNit: Fighting Games (Deutscher Verkaufsstart: 6.7.2017)
Ohne große Umwege komme ich direkt zum Punkt: Auch ich kann mich mal irren – so wie im Fall dieser britisch-irischen Filmproduktion, die zumindest mit „Game-of-Thrones“-Bestandteil John Bradley ein wenigstens etwas bekanntes Gesicht zu bieten hat. Dabei hätte die Grundidee des Films viel Potential gehabt, was er am Ende jedoch vergraben hat.
Harry und Vernon waren einst in einer Firma Investmentbanker – bis ihre Firma dicht machen musste. Nun haben beide keinen Job. Während Harry sich fragt, womit er sein Luxusleben weiter finanzieren kann, entwickelt Vernon eine perfide Idee zur Vermögenssteigerung. „Trading“ ist ein Spiel auf Leben und Tod. Man meldet sich auf einer Internetseite im Deepweb an und macht dort Trades mit anderen Teilnehmern aus. Man trifft sich zufällig und bekämpft sich bis zum Tod. Der Sieger nimmt die Vermögenswerte in bar des Verlierers mit, nachdem er begraben wurde. Harry weigert sich erst, doch dann fällt er die Entscheidung und steigt unaufhaltsam auf, während Vernon eine psychologische Obsession zu seinem Werk entwickelt.
Die Idee des Films ist eigentlich doch recht cool, originell und zynisch. Kampf auf Leben und Tod mit entsprechender Vermögenssteigerung. Doch aus dieser Grundidee macht der Film zu wenig. Die entsprechende Optik wirkt wie eine TV-Produktion. Einen richtigen Antrieb habe ich bei der Sichtung des Films nicht bekommen. Dafür haben mir emotionale, fein charakterlich herausgearbeitete Hintergründe gefehlt. Die Figuren waren mir herzlich egal und die Darsteller wie Killian Scott und John Bradley kamen auch nicht dazu aus dem Gegebenen das Bestmögliche herauszuholen. Der Film braucht viel zu viel Zeit in Fahrt zu kommen und kommt dann zwar mit teils herber, grafischer Gewaltdarstellung daher, ist aber dann sehr gleichgültig und langweilig geworden. Die Kampfsequenzen hätten dann kreativ und ausgedehnt sein können, waren aber dann nur kurz, kompakt und nicht nennenswert. Und eine echte Bedrohung hat sich für mich ebenfalls nicht eingestellt. Für ein Internetprojekt sollte die Reichweite doch etwas größer sein als nur die nicht näher erwähnte Stadt und das Umland, in der der Film spielt. Eine echte Enttäuschung im diesjährigen „Str8 2 HC“-Bereich, in dem mir nur noch „Dog Eat Dog“ weniger gut gefallen hat, den ich jedoch noch 4 Punkte gegeben habe.
„Fighting Games“ - My First Look – 5/10 Punkte