Review

kurz angerissen*

… und ja, er hat es wieder getan. Wir müssen also noch einmal die müden Gangsterposen der Nebendarsteller ertragen, noch einmal den Tod des Hundes durchstehen, und noch viel schlimmer, die Trauer des Herrchens an seinem Grab. Und noch viel, viel schlimmer: Eine Fortführung der Stofftier-Sexszene, die im ersten Teil auf verstörende Weise an völlig außer Kontrolle geratenen Sexualkunde-Unterricht erinnerte. Im Sequel nimmt sie eine doppelt so unangenehme und gefühlt dreimal so lange Position ein – da zwischenzeitlich das unrühmliche „Conjuring“-Spinoff „Annabelle“ das Licht der Welt erblickt hatte, an das man sich heute nur noch wegen David Sandbergs vielbeachteter Fortsetzung erinnert, muss ihre ebenso hässliche Zwillingsschwester sämtliche Positionen durchstehen – Bilder, die in Sachen Plastizität durchaus an die berüchtigte Sequenz aus „Team America“ erinnert, so wie man überhaupt mit bestem Willen auf etliche Derbheiten der South-Park-Macher verweisen kann, wenn man denn unbedingt rechtfertigen möchte, dass die ernste Miene zwischendurch mal in einen Schmunzler entgleist ist.

Einerseits ist es erholsam, dass „Ghost Movie 2“ nicht mehr ganz so konsequent die elend dröge Found-Footage-Schiene fährt, sondern sich auch mal ein paar normale Kameraeinstellungen leistet. Andererseits verrät die inkonsequente Handhabung aber auch die Unsicherheit, mit der man am Set zu Werke ging. Die Spoofs erweisen sich teilweise als derart bedeutungslos, dass man sich schon heute kaum mehr an deren Vorlagen erinnert, was insbesondere auf die Bezüge zu bedeutungslosen Exorzistenfilmen dieses Jahrzehnts wie „The Devil Inside“ oder „The Last Exorcism“ (Teil 2!) zutrifft. An der Verballhornung des Buhmanns aus „Sinister“ lässt sich immerhin wieder die alte Schule ablesen, zieht man ihm doch auf die gleiche Manier die Hosen runter wie seinerzeit dem Scream-Killer. Ein Buddy-Movie mit Beiden in der Hauptrolle wäre der nächste konsequente Schritt...

Jaime Pressly mag für den ein oder anderen Zuschauer noch ein Grund sein, sich wider besseren Wissens auf die Chose einzulassen, man bekommt aber erwartungsgemäß genau dieselbe Suppe, die man schon im ersten Teil auslöffeln musste. Man möge in Klausur gehen, ob man sie sich tatsächlich ein zweites Mal einbrocken möchte.

*weitere Informationen: siehe Profil

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