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Handlung: Der irischstämmige Geschäftsmann Michael (Nicol Williamson), ein skrupelloser Aufsteiger, wird von seinen in Bescheidenheit lebenden Verwandten benachrichtigt, daß sein Vater im Sterben liegt. Als Michael ankommt, ist sein Vater bereits tot. Er muß feststellen, daß dieser kurz vor seinem Tod verprügelt wurde und macht sich in der Umgebung auf die Suche nach dem Täter. Der Aufenthalt an den Stätten seiner Kindheit läßt in ihm allerhand Erinnerungen lebendig werden.

Ein zu Unrecht offenbar sehr unbekannter, sehr spannender und gnadenlos realistischer Film von Jack Gold, den vielleicht manche durch die "Schrecken der Medusa" (ebenfalls ein Geheimtipp!) kennen. Der Streifen sucht weder durch großen Aufwand noch durch aufgeblasene Idealcharaktere zu beeindrucken, sondern bietet einen kleinen Einblick in das gespannte irisch-englische Zusammenleben, der sich durch seine überaus wirklichkeitsnahe Art auszeichnet. Keine Figur eignet sich zur Identifikation. Vielmehr konfrontiert er verschiedene Weltsichten: die des gnadenlosen Raubtierkapitalismus im Gegensatz zum Leben in Traditionen und familiärem Zusammenhalt. Beeindruckend stellt Nicol Williamson, den man unter anderem als "Merlin" in "Excalibur" sehen durfte, den gerissenen irischen Sturkopf Michael in seinem inneren Konflikt zwischen Aufstiegsdrang und Heimweh nach Kindertagen dar. Hier sollte man aber keinen Kitsch erwarten, denn der Einblick desillusioniert eher.
Die Regie von Jack Gold zeichnet sich durch intensive, dynamische Bildfolgen aus, wobei besonders die geniale Schlußszene im Gedächtnis bleibt. Hier zeigt sich, daß Ideen viel wertvoller sind als jeder große finanzielle Aufwand!

Fazit: Ein durch seine Bescheidenheit glänzender, absolut überzeugender Film, der Spannung und Gesellschaftskritik auf glänzende Weise verbindet.

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