Der Sezessionskrieg scheint einige amerikanische Filmemacher in letzter Zeit wieder vermehrt zu beschäftigen und auch Abraham Lincoln mischt häufig mit, wenn nicht sogar als Zombiejäger. In der vorliegenden Mischung, welche stellenweise arg an "Armee der Finsternis" angelehnt ist, geht es unter anderem um Mary Shelleys Frankensteinmonster und die Frage, inwieweit Zeitreisen die Historie verändern können.
Alan erhielt gerade eine Abfuhr von seiner Freundin, als er kurz darauf niedergeschlagen wird und im Labor eines verrückten Wissenschaftlers erwacht, nachdem ihm ein Augapfel entnommen wurde. Der irre Forscher und sein Teenagerassistent Igor wollen soeben Frankenstein erwecken, doch durch eine Unachtsamkeit landen Alan, Igor und einige Monster-Klone mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg...
Die Grundidee ist durchaus brauchbar, doch die Umsetzung leidet unter der teils schwachen Ausstattung und der etwas zu oberflächlichen Ausarbeitung der Geschichte, welcher es deutlich an Humor mangelt. Die schlichten Figurenzeichnungen reichen zwar aus, um vage Sympathien zu schüren, doch trotz einiger Action will der Funke nie so recht überspringen, zumal die Gesinnung des Frankenstein-Monsters arg schwankt, der neunmalkluge Igor phasenweise nervt und der Score viel zu sehr im Hintergrund tingelt, um die Chose angemessen voranzutreiben.
In Sachen Splatter wird derweil passable Kost geliefert, obgleich die CGI-Einlagen einen faden Beigeschmack bewirken. Es gibt Kopfschüsse, abgerissene Gliedmaßen, zertrampelte Schädel, Bisswunden, eine entfernte Gesichtshaut und diverse Stichverletzungen. Die handgemachten Effekte gehen für das sichtlich geringe Budget zumindest in Ordnung.
Storytechnisch wurde derweil fleißig von "Zurück in die Zukunft" abgekupfert, da Alan auf seinen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater stößt, während sich seine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter natürlich in ihn verknallt. Anbei wird ein Serum mit ins Wurmloch gezogen, so dass es nebenher noch einige Zombies gibt und schließlich mischt Lincoln himself noch mit, welcher allerdings nicht sonderlich gut besetzt ist. Gleiches gilt im Übrigen für die Besetzung des Igor, da derselbe Nachname auf den darstellerisch nicht wirklich talentierten Sohn des Regisseurs schließen lässt.
Immerhin sind einige Gefechte zwischen Nord und Süd passabel choreographiert, das Make-up fällt zweckdienlich aus, nur angeklebte Bärte gehen in der Form gar nicht.
Trashig gestaltet sich die Angelegenheit, allein aufgrund des Sujets sowieso, doch Schmunzler werden leider kaum erzeugt, spannende Momente bilden Mangelware und obgleich das Drehbuch in Sachen Zeitreise bemüht daherkommt, - gesehen haben wir so etwas vor rund 30 Jahren bereits mit wesentlich mehr Elan.
4,5 von 10