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Bestenfalls sollte der Titel Programm sein bei dieser Horror-Anthologie aus Deutschland. Allerdings ist der Produktion das kaum vorhandene Budget anzusehen, - die einen nennen es Independentfilm, die anderen Laienproduktion, welche als Hommage an einige Genrebeiträge der Achtziger betrachtet werden kann.

Die Rahmenhandlung bilden vier junge Leute um ein Lagerfeuer, die sich an Halloween drei Geschichten erzählen.

Den Einstieg macht „Brainscan 3000“, welcher recht trashig anmutet. Ein Nerd versucht per Software seine tote Schwester zu reanimieren, doch bei einem männlichen Test-Probanten läuft alles aus dem Ruder.
Eine wahrlich abstruse Geschichte, die ein wenig von „Re-Animator“ abkupfert und per Interface an „Terminator“ erinnert. Die Handlung verläuft relativ blutig, es gibt ein frei gelegtes Gehirn, Messer im Kopf, Schraubenzieher im Auge und einen Handstaubsauger im Hals, was per Handarbeit durchschaubar, aber zweckdienlich umgesetzt wurde.
Die Pointe ist etwas mau, die Umsetzung kurzweilig.

„PSI“ heftet sich an das Vorbild von „Paranormal Activity“, jedoch ohne Wackelkamera.
Ein junges Paar bezieht ein neues Heim, ohne dessen düstere Vorgeschichte zu kennen.
Mit dem Aufbau bricht sich die Erzählung selbst das Genick, denn das Haus steht in einer typisch deutschen, komplett austauschbaren Wohnsiedlung, wodurch das Geisterhafte erst gar nicht aufkommen will, zumal die Inneneinrichtung ebenfalls 08/15 ist.
Die dazugehörigen Effekte mit Inserts und Überblendungen sind zwar ambitioniert und der Ausgang ist entsprechend düster, doch auf atmosphärischer Ebene versagt das Ding nahezu komplett.

„Demonic Model Agency“ stellt zu Beginn einen Seitenhieb auf Heidi Klums „Meeedchen“ dar, denn Vanessa will unbedingt Model werden. Bis sie eine Einladung zu einem Shooting auf einem Schloss erhält. Was folgt, ist bis auf die veränderten Stimmen mit etwas zuviel Echo recht atmosphärisch umgesetzt. Das Setting ist stimmig, die Gastgeber erscheinen angemessen düster und es gibt eine Pointe, simpel aber treffsicher.
Zuletzt versucht auch die Rahmenhandlung zu einem grimmigen Abschluss zu kommen, was jedoch ein wenig überhastet geschieht.

Insgesamt merkt man der Anthologie das Amateurniveau des nicht komplett dilettantischen Stadiums deutlich an. Zwar performen nicht alle Laien schlecht, doch einige Dialoge wirken wie abgelesen, so manche Mimik ist völlig unbeholfen und auch der dazugehörige Ton ist hin und wieder grenzwertig.
Kameratechnisch wird indes solide abgeliefert, der Schnitt arbeitet bei allen Kapiteln ordentlich und die wenigen CGI werkeln dezent im Hintergrund.
Die musikalische Auswahl ist nahezu durch die Bank gelungen, allerdings sind beim Titelsong einige schiefe Töne dabei.
Gorehounds erhalten lediglich in der ersten Geschichte Futter, die anderen setzen eher auf Atmosphäre, was allerdings nur bei der dritten funktioniert.
Im Rahmen einer kostengünstigen Indie-Produktion okay, der mangelnde Feinschliff durchzieht allerdings die gesamte Produktion.
5,5 von 10

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