Wölfe und Metaphern sind zwar eine uralte Geschichte, doch hierzulande wurden sie eigentlich erst durch die Märchen der Grimm Brothers populär gemacht. Da ist es nur löblich, dass ein junger deutscher Filmemacher den Wolf zum Kernstück seiner Abschlussarbeit der Filmakademie macht, auch wenn der Titel fälschlicherweise japanisches Hickhack suggeriert.
Ein Provinznest in Brandenburg, nahe der deutsch-polnischen Grenze: Hier leistet der junge Dorfpolizist Jakob (Michel Diercks) seinen Dienst, er gilt bei den Gleichaltrigen jedoch als Außenseiter und erhält keine Unterstützung von seinem Kollegen, als Jakob versucht, den vermuteten Wolf in den Wäldern zu fangen. Über Umwege gelangt er zu einem abbruchreifen Haus am Ortsrand, in dem sich ein Transvestit (Pit Bukowski) im Nachthemd befindet. Als dieser ein Katana-Schwert auspackt und beginnt, diverse Vorgärten zu verwüsten, ist dies der Beginn einer langen Nacht für Jakob...
Es ist schon recht eigenwillig, was Regisseur und Autor Till Kleinert da fabriziert hat, denn obgleich mit augenscheinlich geringem Budget gearbeitet wurde, offenbart sich die handwerkliche Versiertheit recht schnell. Auf den Punkt wird die spießbürgerliche Dorfsippe bebildert, mit ihren schiefen Jägerzäunen, Gartenzwergen und dürftigem Fußballplatz, während die Dorfprolls mit Mofas auf der Straße schon mal den Aufstand proben.
Außenseiter Jakob wirkt darin zwar nicht wie ein Fremdkörper, doch man ahnt früh, dass der junge Mann alles andere als mit sich selbst im Reinen ist.
Begleitet von nur wenigen Worten driftet das Geschehen zusehends ins Surreale ab und auch wenn erahnbar ist, was sich da zwischen der Nachthemdtranse und Jakob abspielen mag, so liefert der Stoff bis zuletzt keine konkreten Erklärungen, was durchaus als Pluspunkt zu werten ist. Das Spiel mit unterdrückten Sehnsüchten und der Suche nach Identität erfährt im letzten Drittel sogar ein paar Gewalteinlagen, wozu im weitesten Sinne auch ein erigierter Penis gezählt werden kann.
Dem weitestgehend ruhig vorgetragenem Langzeitdebüt ist im Endeffekt wenig anzukreiden, zumal mit einer Laufzeit von 75 Minuten die Konzentration aufs Wesentliche gegeben ist.
Ein paar homoerotische Anflüge weniger hätten es zwar auch getan und abgesehen vom großartigen Pit Bukowski wäre darstellerisch noch Luft nach oben gewesen, doch demgegenüber punkten die Aufnahmen mit trainierten Wölfen, einige gelungene Szenenübergänge und die Tatsache, dass unabhängig werkelnde Filmemacher aus Deutschland durchaus Kreativität offenbaren, - auch oder besonders im Horrorgenre.
7 von 10