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Gute Alien-Filme sind nicht schwer zu finden, wenn es jedoch insbesondere um Entführung durch Extraterrestrische geht, ist das Feld um "Feuer am Himmel" und "Vergeltung - Sie werden dich finden" rar gesät. "Dark Alien" ist ein gutes Beispiel dafür, wie unausgegoren eine Geschichte daherkommt, wenn drei unterschiedliche Autoren ihre eigenen Schwerpunkte ins Spiel bringen wollen.

Valerie (Rochelle Vallese) ist an Krebs erkrankt und laut Ärzten austherapiert. Auf dem Heimweg nach dieser bitteren Diagnose geraten sie und ihre Schwester Melissa in ein grelles Licht: Melissa verschwindet spurlos, während Valerie ohne Erinnerungen zwölf Stunden später erwacht. Wie durch ein Wunder ist Valerie vier Monate später komplett vom Krebs geheilt, doch Melissa bleibt weiterhin spurlos verschwunden, auch ihr guter Bekannter, Cop Carter (Luke Goss) konnte bislang nichts ausrichten. Da wendet sich Valerie an Dr. Reed (Robert Davi), einen Spezialisten in Sachen Alienentführungen...

Hauptdarstellerin Vallese wirkte unter anderem am Drehbuch mit und schrieb sich wahrscheinlich die Krebserkrankung im Endstadium auf den Leib, was sie mithilfe gelungenen Make-ups sehr überzeugend performt. Die starke Bindung zu ihrer Schwester wird zwar nur durch vage Fakten untermauert und die Suche mit Flugblättern hätte man deutlich straffen können, doch immerhin ist sie als Sympathieträgerin etabliert, wofür Luke Goss jedoch nur zwei Minuten benötigt, indem er zwei kleine Räuber in Downtown schachmatt setzt, - im Übrigen die einzig erwähnenswerte Actioneinlage.

Der Braten um den dubiosen Doktor und Buchautoren Reed ist natürlich früh gerochen, zumal Davi fast schon grundlegend den Schurken verkörpert und auch Hüne Derek Mears in einer typischen Nebenrolle eher selten den fürsorglichen Familienvater gibt.
Im "Refugium" des Bösen angekommen, wird man mit einer Mischung aus "Einer flog übers Kuckucksnest" und typischer Alien-Sülze konfrontiert, was gegen Ende zunehmend ins Willkürliche und gleichermaßen ins Kitschige (nochmal der Einfluss von Valesse?) abdriftet.

Von spannenden Einlagen kann kaum die Rede sein und auch in Sachen Atmosphäre langt die spartanische Ausstattung bei weitem nicht aus, um Akzente zu setzen. Aliens sind indes nur innerhalb kurzer Inserts wahrzunehmen und auch die kargen Gewalteinlagen in Form von blutigen Striemen und kleinen Platzwunden reißen nichts raus.
Der um Abwechslung bemühte Score, ein paar charismatische Mimen mit wenig Spielraum aber ordentlicher Synchro und ein annehmbares Handwerk sind zwar auf der Habenseite zu verbuchen, doch bei der eigentlichen Geschichte verderben zu viel Köche den ohnehin schon dünnen Brei.

Flache Dialoge, irrationale Verhaltensweisen und skurrile Gegebenheiten ohne Kontext komplettieren den eher unterdurchschnittlichen Eindruck.
Teils tritt die Erzählung minutenlang auf der Stelle, um kurz darauf spannende Einlagen einzubinden, welche aufgrund der konzeptlosen Herangehensweise oftmals im Keim erstickt werden. Krebsdrama und Verschwörungszeug, Intrudergedöns mit Nubots, Heldencop und minimal Softcore, - alles halbgar ausgearbeitet und wenig durchdacht präsentiert.
3,5 von 10

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