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Namen und Gesichter von Leuten wie Tony Todd oder Danny Trejo tauchen in letzter Zeit häufiger auf dem einen oder anderen Cover auf, um ein bestimmtes Zielpublikum anzulocken. Meistens handelt es sich dabei nur um kurze Gastauftritte und der Film entpuppt sich häufig als amateurhafter Independentschund. Bryan Bockrader, seines Zeichens Autor, Produzent, Regisseur und Darsteller, legt mit seinem Debüt jedoch ein ungewöhnliches Konzept vor und überrascht auf nahezu ganzer Linie.

Jack, Max (Bockrader) und Shane entführen Studentin Emma (Maiara Walsh), die Tochter eines mexikanischen Kartellbosses (Trejo) und verlangen fünf Millionen Dollar Lösegeld. Die unfähigen Täter begehen allerdings einen Fehler nach dem anderen und bekommen es zwischenzeitlich mit Auftragskillern, Streifenpolizisten und Spannungen innerhalb der Gruppe zu tun...

Der ungewöhnlich geschriebene Titel deutet bereits auf eine gewisse Doppeldeutigkeit hin, denn einerseits spielt sich die Handlung mitsamt Kamera fast ausschließlich im Van ab und andererseits schwindet die Kontrolle der dummen Entführer zusehends, denn bereits nach wenigen Minuten trägt das Trio keine Masken mehr und spricht sich mit Vornamen an.
Die interessante Figur Emma ist indes kein typisches Opfer und wehrt sich mit Händen, Füßen und Zähnen vehement gegen ihre Peiniger, welche hingegen etwas zu stereotyp gezeichnet sind: Der planende Ex-Soldat, der Psychopath und das nervliche Wrack, ebenfalls ehemaliger Soldat.

Anleihen an Vorbilder wie Tarantino sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, was bei einigen Gesprächen über alltägliche Dinge wie Entwicklung von Handys und dem daraus resultierenden Mangel an direkter Kommunikation auffällt. Zuweilen fehlt es einigen Dialogen an entsprechenden Pointen, doch manche Unterhaltung entbehrt nicht einiger Ironie, was ebenfalls zum Unterhaltungswert beiträgt.

Zudem entstehen innerhalb der rund 79 Minuten keinerlei Längen, zumal immer wieder kleine Wendungen eingeschoben werden, während im letzten Drittel Splatterfans mit handgemachten Einlagen auf ihre Kosten kommen. Die Gewalt steigert sich kontinuierlich und driftet ein wenig ins Groteske ab und man kann von einem wahren Blutbad im Van sprechen.

Letztlich arbeitet Bockrader handwerklich durchdacht, was seinen Independentstreifen durchaus professionell und keineswegs billig aussehen lässt und auch den Mimen (Todd absolviert ebenfalls nur einen Gastauftritt) ist das Herzblut an dem Projekt anzumerken.
Ein kurzweiliger Road-Trip, - ein wenig dreckig, manchmal humorvoll, zuweilen recht blutig und trotz seiner Schlichtheit sehr abwechslungsreich gestaltet.
7,5 von 10

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