In der Hoffnung ein saftiges Lösegeld zu erzielen, entführen Jack, Max und Shane die hübsche Emma, Tochter des mächtigen Drogenbosses Carlos Rodriguez. Was die drei nicht ahnen, ist, dass durch Emmas Adern das gleiche mörderische Blut fließt, wie bei ihrem skrupellosen Vater. Während die Zeit verrinnt und der Druck stetig steigt, sehen sich die drei Entführer immer größeren Gefahren ausgesetzt: Polizei, Auftragskiller und knallharte Gangsterbosse jagen sie unerbittlich. Gleichzeitig wachsen auch die Spannungen in der Gruppe, die sich schließlich in einer unvergleichlichen Gewaltorgie entladen. Ein spannender und knallharter Actiontrip, in dem nichts ist, wie es scheint!
Filme, die gerade mal einen spaltbreit über die 70 Minuten Marke reichen, haben den gewissen Vorteil quasi automatisch ohne größere Längen auszukommen. Das trifft auch auf VANish zu, wobei das VAN im Namen deshalb großgeschrieben wird, weil es das Auto der Gangster ist und aus dessen Blickwinkel der Zuschauer auch beinahe ausschließlich das Geschehen verfolgt. Die Story ist dabei so simpel wie möglich. Wir haben drei junge Gangster, eine renitente Geisel und einen Drogenkartellboss, der das Lösegeld zahlen soll, bis auf den kleinen Gastauftritt von Tony Todd als Cop gibt es keinerlei Schnörkel oder ausufernde Nebenplots.
Nachdem man anfangs noch versucht etwas ungelenk Pulp Fiction Dialoge zu kopieren, ist man in der Story drin. Der vermeintlich einfache Job eine Studentin entführen und 5 Mio von deren Daddy zu erpressen klingt zunächst recht einfach, doch wie immer in solchen Filmen gibt es zahlreiche Komplikationen und natürlich stecken noch ganz andere Absichten hinter der Sache. Ohne zuviel verraten zu wollen, die Motive wechseln ebenso wie die Fraktionen und während in der ersten Hälfte noch die Dialoge dominieren, wird, je näher das Ende kommt, der Blutverbrauch durch Schrotflinten, Minisägen und Macheten immer höher, bis so ziemlich jeder irgendwann komplett blutbesudelt durch die Gegend läuft.
Charmant auch wie immer die Gastauftritte der alten B-Recken Tony Todd und Danny Trejo, auch wenn sie jeweils keine fünf Minuten überleben. Die eigentlichen Hauptfiguren agieren solide, was eigentlich auch für den ganzen Film gilt. VANish ist ein netter Happen für zwischendurch, klein aber fein, auch wenn versucht wird tarantinoischer zu sein, als man letztendlich ist.
6/10