Die Psychologie-Studentin Emma wird von den Halbbrüdern Jack und Max und ihrem alten Army-Kumpel Shane entführt, die vorhaben, von ihrem Vater Carlos Rodriguez - dem Oberhaupt eines mexikanischen Kartells - fünf Millionen Dollar Lösegeld zu fordern. Bevor es soweit ist, hat Jack allerdings alle Hände voll damit zu tun, seine beiden Komplizen, die mental nicht die Allerstabilsten sind, halbwegs unter Kontrolle zu halten. Diese wiederum wissen nicht, dass er mit der Aktion in Wahrheit eine ganz andere Absicht verfolgt, als einfach nur schnelle Kohle zu machen. Und was keiner der Kidnapper ahnt, ist, dass die junge Frau es ebenfalls faustdick hinter den Ohren hat und sie nicht so harmlos ist, wie sie aussieht. In dem Van, mit dem man sich auf den Weg zum Ort der Lösegeld-Übergabe macht, geht es bald schon drunter und drüber... Weniger als 80 Minuten Laufzeit, Kurz-Auftritte von Danny Trejo und Tony Todd und ein unbekannter Regisseur, der in diesem Stück für wenige Personen auch noch in einer Rolle vor der Kamera rumlümmelt... was da im Vorfeld ziemlich heftig nach einem Flop oder bestenfalls noch einer unbedeutenden Fan-Arbeit aus dem C-bis-Z-Bereich aussieht, entpuppt sich als recht clever konzipierter Entführungs-Thriller mit Splatter-Finish, der aus den Limitierungen seiner Produktion sogar noch Kapital schlagen kann und den Innenraum des Vans als einzigen Drehort niemals verlässt. So muss man vor Regisseur Bryan Bockbrader doch definitiv den Hut ziehen, dass er seinen "VANish" inszenatorisch so geschickt über die Runden gebracht und dafür gesorgt hat, dass die fettfrei runtergerasselte Eigentlich-eher-ein-Kurzfilm-Prämisse trotz einer gewissen Dialoglastigkeit niemals langweilig wird. Erst zum Ende hin läuft der Streifen Gefahr, ob der eingebrachten Wendungen auf der Handlungs-Ebene und einem Schluss-Part mit sattem Blut-Gespritze und Shoot-Outs auf engstem Raum, bei denen fadenscheinig einkopiertes Mündungsfeuer und der CGI-Kugelhagel die Billigkeit der Angelegenheit offenbaren, in allzu trashige Gefilde abzudriften... aber ab da ist ja eh nicht mehr weit bis zum Abspann. Insgesamt kann man mit diesem Filmchen aber doch echt zufrieden sein, das so manch höher budgetiertes und besser besetztes Kammerspiel made in Hollywood noch in die Schranken weist (man ziehe beispielsweise mal Tarantinos "The Hateful 8" aus demselben Jahr zum Vergleich heran und staune!). Zur echten Genre-Perle gereicht "VANish" zugegeben nicht ganz, aber das Prädikat "Geheimtipp" ist drin...!
7/10