Review

Gentlemanbond war gestern


Mit „The November Man“ verabschiedet sich Pierce Brosnan von seinem Saubermannbondimage ohne komplett seinen Charme zu verlieren oder dem Agentengenre den Rücken zu kehren. Es geht um einen eigentlich pensionierten CIA-Spion, der fünf Jahre nach einem schrecklichen Unfall zurück in die Welt des noch immer kalten Kriegs (?) und der schmutzigen Geheimnisse der westlichen wie östlichen Geheimbehörden gezogen wird…

Diese spätherbstliche Agentenhatz ist derart oldschool und klassisch, dass sie sich fast schon wieder frisch anfühlt. Aber nur fast und phasenweise. Kein CGI. Nichts geht auch nur ansatzweise over the top. Brosnan zeigt sich wesentlich abgewrackter, härter und kantiger als in all seinen Auftritten als 007 zusammen. Es gibt ungekünstelte Autoverfolgungen und handfeste Kloppereien, es geht um Frauenhandel, den Tschetschenienkrieg und es sterben Kinder. Die Geschichte geht um ein paar Ecken, bevor sie dann doch wieder etwas generisch und klischeehaft ins Ziel läuft. Alles schön und gut, alles etwas dreckiger und brutaler, realistischer und desillusionierter als man erwarten könnte. Doch im Grunde bleibt außer Brosnans Hingabe und Aura leider auf Dauer nichts wirklich hartnäckig genug hängen, um hier wirklich steil zu gehen. Eine milde Empfehlung, zumindest für Fans des Subgenres, gibt’s von mir aber dennoch. DTV mit Wumms und grau meliert. 

Fazit: The Bond Ultimatum. Ruppig, handgemacht, von gestern. Nicht cool - aber er bringt den Job über die Bühne! 

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