Es ist das Jahr 1942: Stalingrad ist heiß umkämpft, wobei Kommandant Yashin und seine Scharfschützen ihren Beitrag leisten, um den Kesselring um die Wehrmacht undurchdringlich zu machen. Ein paar Jahre später wird Yashin auf eine Mission geschickt, die ihn in die Nähe von Minsk führt. In den Ruinen eines alten Schlosses macht er eine entsetzliche Entdeckung. Geheimpläne zeigen, wo die Nazis Raketen deponiert haben, mit denen Moskau angegriffen werden kann. Experten werden geschickt, um sich der Waffen anzunehmen, doch sie fallen Heckenschützen zum Opfer. Es liegt nun an Yashin, den Raketen-Angriff zu verhindern. Dabei trifft er auf einen Mann, der einst seine Freundin ermordete und nun von einem neuen großdeutschen Reich träumt: Karl Kleist.
Dieses Regie-Debüt von Aleksandr Efremov hat mittlerweile auch schon 5 Jahre auf dem Buckel und hat nun erst den Weg zu uns auf eine DVD geschafft. Der Begriff Mini-Serie ist dabei absolut zutreffend, denn bei einer Laufzeit von gerade einmal gut 160 Minuten verteilt auf 2 Episoden lässt doch viel eher einen Spielfilm mit leichter Überlänge vermuten. Wie dem aber auch sei, die Qualität des Formates ist gar nicht einmal schlecht, zwar merkt man eigentlich durchgehend das nicht zu verleugnende TV-Format, doch spielt sich das Ganze immerhin auf einem Niveau ab das man als durchaus sehenswert bezeichnen kann. Nun sollte man allerdings nicht mit der Erwartung an ein opulentes-und spektakuläres Kriegsgeschehen an die Ereignisse herangehen, denn in dieser Beziehung köchelt "Stalingrad Snipers" dann doch auf ziemlicher Sparflamme. Die ersten gut 50 Minuten konfrontieren den Zuschauer zeitlich gesehen mit dem Jahr 1942 und bieten diverse Scharmützel zwischen den russischen Scharfschützen und deutschen Soldaten.
Relativ schnell kristallisiert sich schon in dieser ersten Phase die Figur des Anführers Yashin als Haupt-Charakter heraus und Efremov zeichnet dabei neben den üblichen Kriegsszenen auch dessen persönliche Geschichte nach, die einen praktisch durchgehend begleitet. Dabei handelt es sich um eine durchaus gelungene Bereicherung der Story, zudem erscheint Hauptdarsteller Dmitriy Pevtsov jederzeit als absoluter Sympathieträger des Formates, der bei einem Großteil der Abläufe schon einen fast omnipräsenten Eindruck hinterlässt. Nachdem Yashin durch den Todesschuss eines deutschen Scharfschützen seine große Liebe verloren hat macht die Geschichte einen zeitlichen Sprung in das Jahr 1945 und die Hauptfigur ist mittlerweile als ganz normaler Major unterwegs. Laut einigen Geheimplänen soll sich in einem verlassenen Schloss eine deutsche Raketen-Basis befinden, die aber zunächst von Yashin und seinen Männern nicht gefunden werden kann. In diesem Abschnitt gehen die Macher der Serie zunächst einmal ein wenig vom Gaspedal und verringern das zu Beginn an den Tag gelegte Tempo zusehends, zeitgleich entpuppt sich das Ganze für einige Minuten ein wenig zu dialoglastig und die Szenerie beschäftigt sich mit einigen eher banalen Dingen, was man durchaus hätte vermeiden können.
Trotz allem zieht sich aber ein recht konstant gezogener Spannungsbogen durch die Geschehnisse und auch im Bezug auf die Action-Passagen bekommt der Betrachter noch diverse sehenswerte Einstellungen geboten. Selbstverständlich läuft die Geschichte schon fast zwangsläufig auf ein Duell zwischen deutschen-und russischen Scharfschützen hinaus und so kommen auch Yashin's ehemalige Freunde wieder zum Einsatz, die er seit über 2 Jahren nicht mehr gesehen hat. "Stalingrad Snipers" bietet nichst sonderlich Überraschendes, kann aber durchgehend mit einer sehr soliden Umsetzung punkten und bietet auch in darstellerischer Hinsicht äußerst gute Kost an. Der einzige Aspekt den man an dieser Stelle wirklich negativ ankreiden kann ist die streckenweise schlechte Synchronisation, denn einigen Charakteren wurden hier Stimmen verpasst die überhaupt nicht zu ihnen passen.
Und so muss man sich leider damit abfinden, das manch ein Akteur seine Dialoge so hölzern und monoton vorträgt, das einem so mancher Schmunzler über das Gesicht huscht. Die Tonlage einiger Akteure wirkt dabei immer gleich und man vermisst vor allem jedwede Emotionen, was den ansonsten insgesamt sehr guten Gesamteindruck doch ein klein wenig trübt. Ansonsten gibt es jedoch wenig Grund für irgendwelche Beanstandungen, denn auch wenn hier alles andere als ein Blockbuster auf den Weg gebracht wurde, bietet "Stalingrad Snipers" richtig spannende-und interessante Unterhaltung und behandelt dabei zudem eine Thematik, die insbesondere im ersten und im letzten Drittel dieser Mini-Serie eindrucksvoll in den Vordergrund tritt. Wem eine nicht wirklich gelungene Synchronisation nicht viel ausmacht der sollte definitiv zugreifen, denn inhaltlich bekommt man gute Filmkost serviert, die man ohne Bedenken weiterempfehlen kann.
Fazit:
Ohne größere Erwartungen bin ich an dieses Format herangegangen und wurde absolut positiv überrascht. Spektakel wird zwar nicht geboten, dafür aber eine stimmige Geschichte, in der gut agierende Darsteller einen ordentlichen Job abliefern und so ihren Anteil an einem gelungenen Filmabend haben.
7/10