Einige triviale Redensarten passen zu "Good People": Gelegenheit macht Diebe, Geld genommen um Freiheit gekommen, wie gewonnen so zerronnen und Geld stinkt nicht.
Und eigentlich ist der Film ebenfalls belanglos, doch der dänische Regisseur Henrik Ruben Genz holt vergleichsweise viel aus der mageren Vorlage heraus.
Das Paar Tom (James Franco) und Anna (Kate Hudson) lebt in einem Vorort von London und hat massive Geldprobleme, da die Sanierung des geerbten Hauses nicht zu stemmen ist und nun auch noch eine Räumungsklage ihrer baufälligen Behausung droht. Da kommt es ihnen durchaus entgegen, als sie bei ihrem an Drogen verstorbenen Untermieter eine Tasche mit 220.000 Pfund finden und das Geld zunächst verstecken. Dumm nur, dass sie damit das Interesse eines traumatisierten alten Cops (Tom Wilkinson), eines korrupten Polizisten (Sam Spruell) und eines französischen Drogenbarons (Omar Sy) auf sich ziehen...
Tom und Anna sind natürlich die Titelgebenden, welche jedoch reichlich naiv handeln, als sie die Tasche entdecken. Überhaupt ist das ganze Konstrukt ein wenig blauäugig und vorhersehbar ausgefallen, doch die Bredouille zwischen den Fronten offenbart durchaus ihren Reiz, zumal ein paar schwarzhumorige Einschübe nicht von der Hand zu weisen sind.
Auch ein paar handgemachte Gewalteinlagen wissen zu gefallen, da ab der zweiten Hälfte ein, zwei Gänge höher geschaltet wird.
Die größtenteils in kühlen Tönen gehaltene Optik ist gut gewählt, die Kamera um variable Blickwinkel bemüht, nur der Score geht fast völlig unter. Gelungen ist demgegenüber die Ausstattung, denn mit Tom und Anna geht es so steil bergab wie mit dem Interieur der beiden Behausungen.
Darstellerisch vermag vor allem Franco zu überzeugen, der spätestens seit "127 Hours" weiß, wie man zwischen Galgenhumor und wahrem Schmerz performt. Wilkinson nimmt man den verbissenen alten Ermittler durchaus ab und auch Spruell macht seine Rolle als unberechenbarer Bösewicht gut, was auch für Sy gilt, der eher mit Coolness punktet.
Hudson präsentiert uns indes ihre nackte Kehrseite und bleibt deutlich unter ihren Möglichkeiten, während Anna Friel in einer Nebenrolle zu überzeugen weiß.
Unterm Strich bleibt das Drehbuch schlicht, denn es tummeln sich zahlreiche Unwahrscheinlichkeiten, arglose Verhaltensweisen, sowie kleinere und größere Logiklöcher.
Doch Genz hält inszenatorisch gut dagegen, baut primär im letzten Drittel ein paar gelungene Spannungsmomente ein und beweist auch sonst ein gutes Timing.
Wenig anspruchsvoll, wenig originell, doch bei geringer Erwartungshaltung funktioniert er auf reiner Unterhaltungsebene durchaus.
6 von 10