Als titelgebender „Commander Hamilton“ stürzt sich Peter Stormare in den Kampf um geklaute Raketen.
Aus einem russischen Stützpunkt, der Death Harbor genannt wird, werden einige Atomraketen geklaut. Der CIA bekommt jedoch Wind von der Sache und besucht Verbündete in Schweden, die über eine Spezialeinheit verfügen. Der Anführer dieser Truppe ist Carl Hamilton (Peter Stormare), der an sich gerade mit seiner Freundin Tessie (Lena Olin) bei einer Hochzeit zu Gast ist. Die Figur des Carl Hamilton entstammt einer Roman-Serie, die bereits mehrere Verfilmungen nach sich zog. Auch „Commander Hamilton“ bleibt der Vorlage in vielen Hinsichten treu.
Die Spezialeinheit bekommt den Auftrag die Schmuggler in der russischen Tundra abzufangen, bevor sie die Raketen nach Schweden schmuggeln können. Dies bedeutet das komplette Auslöschen der Schmuggler sowie die Vernichtung aller Spuren, denn an sich verletzt die Truppe die russischen Grenzen. Gesagt, getan und dabei die Spuren alles andre als zimperlich beseitigt, auch wenn sich Hamilton wundert, dass die Terroristen unbewaffnete Arbeiter sind. Hier geht es überraschend drastisch zu, denn die Beseitigung der Schmuggler ist schon erbarmungslos, auch wenn graphisch nicht soviel davon gezeigt wird.
Doch ein Team-Mitglied, Hamiltons Freund Åke Stålhandske (Mats Långbacka), lässt einen Schmuggler entkommen, wovon Hamilton erst erfährt, als dieser als Verdächtiger in einem Mordprozess verhaftet wird. Gleichzeitig bietet der überlebende Schmuggler auch eine wichtige Spur, denn eine der nuklearen Waffen konnte nicht sichergestellt werden. Hamilton begibt sich auf die Suche…
Den Romanvorlagen bleibt „Commander Hamilton“ trotz Besetzung wichtiger Rollen mit US-Schauspielern relativ treu: So entspricht Hamiltons Haus den dortigen Beschreibung, aber auch die Einstellungen (vor allem die Israel-Kritik, die bei der Wüstenwanderung zum Vorschein kommt) sind ähnlich. Allerdings ist „Commander Hamilton“ für einen Film von 1998 teilweise ziemlich reaktionär: Der Held geht teilweise alles andere als zimperlich zur Sache und nietet auch Leute um, die an sich gar keine echten Fiesling sind. Der Oberfiesling muss natürlich extraherbe dran glauben, aber den Actionfan stören derartige Tendenzen nicht besonders.
Jedoch erweist sich „Commander Hamilton“ als etwas zu langatmig. Vor allem die Einführung dauert viel zu lange und diverse Subplots (vor allem um Hamiltons Privatleben) werden zwar ausgewalzt, aber gewinnen keine echte Bedeutung für die Handlung. Ansonsten ist der Agententhrillerplot recht ordentlich: Hamilton sammelt immer mehr Beweise für die große Verschwörung, gerät dabei in Lebensgefahr usw. Das ist auch recht spannend und halbwegs temporeich, wird aber immer wieder durch die kleinen Hänger in den Subplots unterbrochen. Der Look des Films ist sehr überzeugend, wobei vor allem die schwedischen Eiswüsten wirklich für Atmosphäre sorgen.
Es gibt auch etwas an Action, aber diese könnte mehr sein. Das meiste beschränkt sich auf ein paar kurze Schusswechsel, lediglich der Showdown und das Shoot-Out im Treppenhaus sind lang geraten. Doch dafür ist die Action handwerklich sehr gut inszeniert, wobei mir vor allem die angesprochene Treppenhausszene sehr gut gefallen hat. Im Showdown kracht es dann auch noch gewaltig, wobei die Pyrotechniker ein paar tolle Explosionen hinbekommen haben. Dabei ist der Härtegrad auch in der ungekürzten Fassung nicht besonders hoch, weshalb die Schnitte in der deutschen FSK 18 Fassung doch etwas verwundern. Denn derbe ist eigentlich nicht das, was man sieht, sondern die bereits angesprochene, teilweise ziemlich gewalttätige Vorgehensweise diverser Figuren.
Peter Stormare darf ausnahmsweise mal in einer Hauptrolle und als Guter agieren, was er auch recht charismatisch und überzeugend macht. Da ist Mark Hamill schon schwächer, auch wenn er sich ordentlich von seinem Luke Skywalker Image entfernt (ich hätte ihn nicht auf Anhieb erkannt). Schwach hingegen ist Lena Olin, deren Rolle aber auch etwas undankbar ist denn sie ist kaum mehr als schmückendes Beiwerk. Die restlichen Darsteller hingegen sind wieder ziemlich gut, auch wenn sich keine bekannten Gesichter darunter befinden.
Alles in allem ist „Commander Hamilton“ ein netter, kleiner Agententhriller mit etwas Action, die recht ordentlich ist. Allerdings besitzt der Film leider einige Längen, welche Spannung kosten.